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Sorgen kann man teilen

Jeder kann einmal in eine Lebenskrise geraten. Probleme häufen sich schnell an, wer kann Ihnen jetzt helfen? Nicht immer ist jemand da, mit dem Sie Ihre Sorgen teilen können.

Vielleicht ist Ihnen das eine oder andere Problem auch peinlich, es fällt schwer, darüber zu reden. Da hilft oft ein anonymes Gespräch mit einem extra ausgebildeten Telefonseelsorger/in. Da können Sie sich etwas von der Seele reden. In diesen Gesprächen erfahren die Anrufenden menschliche Nähe und Zuwendung. Allein jemand Fremdem alles erzählen, der erst einmal nur zuhört, kann befreien. Die Telefonseelsorger können nicht ihre Probleme am Telefon lösen, aber häufig helfen sie dabei, dass die Anrufenden neuen Lebensmut schöpfen und schrittweise Wege, Auswege aus den Problemen finden. Zuhören, antworten, nachfragen - das sind die ersten Schritte einer Problemlösung. Außerdem können die Telefonseelsorger auch auf spezielle Hilfsangebote hinweisen. Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter sind keine Heiligen, sie sind Menschen von hier, Menschen, die auch Nöte und Sorgen kennengelernt und gelernt haben, Schicksale mitzutragen. Von Herz zu Herz. Anonym, verschwiegen, kompetent, für alle Probleme offen. Jeder Interessierte darf nach einem Auswahlverfahren und einer umfangreichen Ausbildung mitarbeiten. Unabhängig von Konfession, Weltanschauung, Nationalität und Geschlecht.

2015 wurden in der Oberlausitz 20 470 Anrufe entgegen genommen. Für diesen ehrenamtlichen Dienst braucht es 90 engagierte Mitarbeiter, die sieben Tage die Woche für 24 Stunden täglich diesen Dienst bewerkstelligen. Die evangelische und katholische Kirche teilen sich diese aufopferungsvolle Arbeit. Die Telekom übernimmt in Deutschland die Verbindungsentgelte.

Sie sind nicht allein mit Ihren Sorgen. Ausgesprochene Sorgen sind geteilte Sorgen. Und wenn es Ihr letzter Ausweg ist, rufen Sie an - Sie sind nicht allein.