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Soldaten rechnen in Haide mit Besucherandrang

Kommandant René Pierschel freut sich auf viele interessierte Besucher beim dritten Tag der offenen Tür des Truppenübungsplatzes.
Kommandant René Pierschel freut sich auf viele interessierte Besucher beim dritten Tag der offenen Tür des Truppenübungsplatzes. FOTO: Gabi Nitsche
Haide. Die achtwöchige "Betriebsruhe" liegt hinter dem Team vom Truppenübungsplatz Oberlausitz (TÜP). Alles, was instand zu setzen war, läuft wieder wie geschmiert. Gabi Nitsche / ni

Die Fachleute haben ganze Arbeit geleistet. Nun kommt der Übungsbetrieb langsam wieder in die Pötte.

Doch der Schwerpunkt liegt aktuell auf dem bevorstehenden Tag der offenen Tür, sagt Oberstleutnant René Pierschel. "Drei Jahre sind vorbei, es ist wieder einmal Zeit." Am 26. August rechnen Kommandant Pierschel und Projektoffizier Gunder Kubissa mit einem Besucheransturm. Denn von Mal zu Mal strömten mehr Gäste auf das ansonsten für die Öffentlichkeit unzugängliche Militärgelände. 2014 waren es sage und schreibe rund 6500 Besucher, die mit Kind und Kegel das Angebot annahmen, sich auf dem Truppenübungsplatz umzuschauen, Bundeswehrtechnik aus nächster Nähe zu beäugen und zu erfahren, wie was funktioniert. "Daran angelehnt ist das Programm auch 2017 vorbereitet, und es wird bestimmt so gut wie letztes Mal", so Pierschel. Denn: "Warum sollen wir etwas verändern, was sich bewährt hat?"

Seit November laufen die Vorbereitungen. Auf einer etwa anderthalb Kilometer langen und 500 Meter breiten Ausstellungsfläche im Bereich der Schießbahnen 8/9 präsentieren sich Bundeswehr und zahlreiche Partner mit viel Technik und interessanten Informationen. "Wir wollen das zeigen, was unser tägliches Geschäft ist", umreißt der Kommandant das Angebot. Dazu "borgt" sich der TÜP von den Truppen, die ansonsten hier üben, (tierische) Technik aus: Kampfpanzer Leopard, Kettenfahrzeuge Wiesel, Minenräumpanzer Keiler, Pionierpanzer Dachs, Schützenpanzer Marder und Puma. Zu bewundern sind auch die Aufklärungs-Drohne Aladin und der Aufklärungspanzer Fennek. Ein Transporthubschrauber CH 53 zeigt, wie er mit Wasserbehältern Brände bekämpft, und ein Rettungs-Hubschrauber vom Typ Bell sowie mehrere Fahrzeug-Prototypen sind ausgestellt. Ohne zu viel zu verraten, berichtet Kommandant Pierschel, dass möglicherweise die Singapuris mit einer Überraschung aufwarten. Denn seit 2016 üben zweimal pro Jahr für mehrere Wochen Hunderte Soldaten der Streitkräfte Singapurs auf dem Oberlausitz-Platz, das nächste Mal ab Mitte September.

Wenn es das Wetter zulässt, "und das wird es", so Pierschel, erleben die Besucher auch Vorführungen am Himmel. Ab elf Uhr jede Stunde sollen laut Plan Flugzeuge aktiv sein.

Der Tag gehöre zur Öffentlichkeitsarbeit genauso wie Wanderungen oder im vergangenen Jahr der Tränke-Begegnungstag. "Wir sind nicht immer der leiseste Nachbar. Man hört uns, wenn hier Truppen üben. Wir wollen den Besuchern zeigen und erläutern, was und warum wir das tun und ihnen danken, dass die Bevölkerung von uns als ‚ihr' Truppenübungsplatz spricht."

Die Nachfrage nach Möglichkeiten, hinter die Kulissen des Übungsbetriebes zu schauen, sei groß. Mit dem Tag der offenen Tür wolle die Bundeswehr den Wissensdurst gern stillen. Dass das mit viel Aufwand verbunden ist, versteht sich, denn man will ja ein guter Gastgeber sein. René Pierschel verweist auf ein Dreiergestirn, das den Tag realisiert: Bundesforstbetrieb Lausitz, Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Dresden und Kommandantur. "Rund 120 Mann in Uniform sind gefordert. Hinzu kommen Zivilisten. Alles in allem etwa 320 Personen, die die Veranstaltung absichern", erklärt Gunder Kubissa.

Für René Pierschel ist es übrigens der erste Tag der offenen Tür als Kommandant. Vor drei Jahren lag die Verantwortung dafür noch bei Vorgänger Lutz Pauketat. Er sei schon etwas angespannt und hoffe, dass alles nach Plan verlaufe, so der 44-Jährige. "Jetzt wird noch ein bisschen geputzt, und ab Mittwoch, Donnerstag wird die Technikausstellung aufgebaut." Er freue sich auf viele Besucher und Gespräche.

Zum Thema:
Samstag, 26. August, 10 bis 18 Uhr. Zufahrt zu Parkplätzen erfolgt von der B 115 aus. 10 Uhr Eröffnung durch den Kommandanten; Rundfahrten auf dem TÜP und zum ehemaligen Dorf Tränke/Naturschutz; Fahrten in das Truppenlager Haide und Besichtigung von Unterkünften. Neben Bundeswehr stellen sich auch Polizei, Zoll, THW und Feuerwehr samt Technik vor. Es gibt viele Angebote für Kinder, Vorführungen der Diensthundestaffel und die mobile Rettungsstation der Bundeswehr. Das Orchester Lausitzer Braunkohle, Jagdhornbläser und Daubitzer Funkengarde unterhalten. (ni)