ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:57 Uhr

Soldaten aus Singapur im Anmarsch

Kommandant René Pierschel (m.) freute sich, unter den Gäste den stellvertretenden Kreisbrandmeister Henry Kossack (l.), Bürgermeisterin Heike Böhm aus Rothenburg, Weißwassers OB Torsten Pötzsch und die Gemeindechefs Rüdiger Mönch aus Krauschwitz und Ralf Brehmer aus Rietschen zu begrüßen.
Kommandant René Pierschel (m.) freute sich, unter den Gäste den stellvertretenden Kreisbrandmeister Henry Kossack (l.), Bürgermeisterin Heike Böhm aus Rothenburg, Weißwassers OB Torsten Pötzsch und die Gemeindechefs Rüdiger Mönch aus Krauschwitz und Ralf Brehmer aus Rietschen zu begrüßen. FOTO: ni
Haide. Seit zwei Wochen bildet der Truppenübungsplatz Oberlausitz einen Verbund mit den Plätzen Klietz, Lehnin und Altengrabow. Das ist ein Ergebnis der sich im Wandel befindlichen Bundeswehr. Die Aufgaben werden dadurch nicht weniger, so der Kommandant, Major René Pierschel, beim gemeinsamen Neujahrsempfang mit dem Bundesforstbetrieb Lausitz am gestrigen Donnerstag. Gabi Nitsche

Insgesamt gibt es neu drei Bereiche, in denen die Bundeswehr ihre Übungsplätze aktuell gebündelt hat. Der hiesige gehört zum Bereich Ost. Wenn in früheren Jahren bei einem Neujahrsempfang immer stolz verkündet wurde, wie viel tausend Soldaten zum Üben in die Lausitz kommen, musste René Pierschel den Gästen aus Politik und Wirtschaft diese Zahl gestern schuldig bleiben. Er hoffe auf eine bessere Auslastung als 2014 mit gut 10 000 Soldaten. Ein Rekordjahr war im Vergleich dazu 2008. Damals übten hier über 20 000 Soldaten. Die Umstrukturierung der Bundeswehr mache eben auch nicht halt vor dem Übungsplatz. "Zum anderen hat sich die Bundeswehr aus Afghanistan zurückgezogen. Das bedeutet weniger Vorbereitungen für Einsätze. Das ist spürbar", nennt Pierschel einen weiteren Grund. Sein Plan sei es, Truppenteile, die in vergangenen Jahren verstärkt hier ihr Handwerk trainierten, direkt anzusprechen. Sein Konzept sehe vor, es der Truppe zu ermöglichen, den gesamten Platz im Verbund für große Übungen zu nutzen. Und so werden voraussichtlich nicht nur deutsche oder niederländische Einheiten die Vorzüge des knapp 17 000 Hektar großen Truppenübungsplatzes nutzen. Major Pierschel kündigte im Rahmen des Neujahrsempfangs stolz an, dass voraussichtlich ab 2016 jeweils im Frühjahr und Herbst Streitkräfte aus Singapur mit zirka 500 Mann mit Panzern hier üben.

Bisher war es die vorgefundene Infrastruktur auf dem "Oberlausitz", die von Soldaten als hervorragend bezeichnet wurde. Um diese zu erhalten und weiter auszubauen flossen auch vergangenes Jahr erhebliche Mittel. Allein von knapp zwei Millionen Euro für verschiedene Baumaßnahmen seien mehr als 1,6 Millionen im ostsächsischen Raum verblieben, betonte Pierschel. Umfangreiche Investitionen sind 2015 ebenso vorgesehen. Durch den Kohleabbau im Tagebau Reichwalde verliert der Platz zwei weitere Schießbahnen. Die mit der Nummer 11 im mittleren Bereich des Platzes geht außer Betrieb und bekommt einen Ersatz, die Nummer 14, im westlichen Bereich, der Neustädter Heide. Ende 2015 soll dieses Vier-Millionen-Vorhaben abgeschlossen sein. Die Schießbahn 2 werde saniert. Auch dem "Problemkind" Schießbahn 4 geht es an den Kragen. Hier steht das Wasser nach Starkregen 30 Zentimeter tief. Holländische Soldaten würden das bei entsprechendem Wetter gern als Badewanne nutzen. Die Freude will René Pierschel diesen nun nehmen, sagte dieser.

Die Heeresinstandsetzung will in Haide bis Ende 2015 für 250 000 Euro einen Stützpunkt errichten, um Gefechtsfahrzeuge für übendende Truppen vor Ort zu reparieren. "Das wird unsere Attraktivität steigern", ist der Kommandant überzeugt.

Pierschel, der seit Juli 2014 das Kommando über den Truppenübungsplatz Oberlausitz hat, setzt auf weitere gute Zusammenarbeit vor allem auch mit den Anrainer-Gemeinden. "Ich weiß, das Leben am Truppenübungsplatz ist nicht immer konfliktfrei." Er bat um ehrliche Kommunikation. Jede Beschwerde nehme er ernst.