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| 01:09 Uhr

Skerbersdorfer Bäckerei feiert Jubiläum

Skerbersdorf.. Stolze 75 Jahre ist es her, dass Emil Schuster in Wendisch Musta, das heute auf polnischer Seite liegt, eine Bäckerei eröffnete. Doch da die Backstube nur gepachtet war, suchte er schon bald mit seiner Familie nach etwas Eigenem. Von Angelika Brinkop

Der Zufall führte Emil Schuster dann nach Skerbersdorf, als einem der wenigen Orte, die keine eigene Bäckerei hatten.
Auf dem Gelände, welches früher die Müllkippe des Dorfes war, errichtete er 1938 sein Haus mit der Backstube.
Sohn Hans-Joachim lernte zwar den Bäckerberuf in Bad Muskau, doch übte er zunächst sein Handwerk nicht hauptberuflich aus. Die Backstube warf nicht genügend ab. Dadurch half er zwar seinem Vater, und arbeitete tagsüber bei der Feuerwehr. Seine Frau Helga war OP-Schwester im Krankenhaus Bad Muskau. Doch manchmal zeichnet das Schicksal seine eigenen Wege. Als der Vater Ende der 60er Jahre plötzlich starb, wurde Hans-Joachim gedrängelt, die Bäckerei weiter zu führen. Als ihn gesundheitliche Gründe zwangen, kürzer zu treten, sprang Sohn Per-Olaf in die Bresche. Seit zwei Jahren führt er nun schon das traditionsreiche Unternehmen mit seiner Frau Claudia, die er während der Lehre bei der Bäckerei Kiank in Weißwasser kennen gelernt hatte.
Die vierte Generation ist zwar auch schon in Sicht, doch Sohn Felix (14) ist sich noch nicht sicher, ob das Handwerk wirklich Zukunft hat.

Mischbrot ist begehrt
„Die Bäume wachsen bei uns nicht in den Himmel, doch wir haben unser Auskommen“ , umreißt Helga Schuster die Situation. Durch gute Qualität und Mundpropaganda hat sich die Bäckerei über Skerbersdorf hinaus einen Namen gemacht.
Vor allem das Mischbrot erfreut sich bei den Kunden großer Beliebtheit, da kommen die Leute auch gern einen weiteren Weg bis nach Skerbersdorf. „Der Sauerteig wird hier noch selbst jeden Tag angerührt“ , erklärt Hans-Joachim Schuster das Erfolgsrezept.
An der Rezeptur hat er übrigens schon früher lange herumgetüftelt. Auch für die frischen Windbeutel nehmen manche Kunden lange Wege in Kauf.
„Wir mussten schon von jeher durch unsere Produkte auf uns aufmerksam machen und Kunden aus anderen Dörfern anziehen. Nur von Skerbersdorf allein konnten wir nicht leben“ , erklärt Hans-Joachim Schuster die Firmenphilosophie.

Mehr Produkte als früher
Neben den traditionsreichen Produkten hat sich das Angebot heute natürlich deutlich vergrößert. So viele Brote und Kuchensorten gab es früher natürlich nicht.
Zu ihrem Jubiläum bedankten sich die Schusters bei ihren zahlreichen Stammkunden mit einer kleinen Kaffeetafel und natürlich einer Auswahl an Kuchen und Torten.
Zu den Kunden, die regelmäßig hier einen Stop einlegen gehören auch Grenzbeamte, Polenmarktbesucher, Zeitungskuriere oder Pendler.
Vor allem die Kunden, die schon zeitig auf Achse sind, freuen sich, dass man bei Schusters auch schon ab 5 Uhr an der Backstube anklopfen kann. Mit frischen Brötchen und Kuchen beginnt dann der Tag noch mal so gut.