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| 15:38 Uhr

Görlitz
Siemens will Kraftwerks-Standorte eine Woche stilllegen

Teilnehmer einer Demonstration für den Erhalt der Standorte von Siemens und Bombardier gehen am 19.01.2018 in Görlitz (Ostsachsen) am Siemens-Werk vorbei.
Teilnehmer einer Demonstration für den Erhalt der Standorte von Siemens und Bombardier gehen am 19.01.2018 in Görlitz (Ostsachsen) am Siemens-Werk vorbei. FOTO: dpa / Pawel Sosnowski
München. Der Elektrokonzern Siemens will mit einwöchigen Betriebsschließungen die Kosten in seiner schwächelnden Kraftwerkssparte drücken. Auch Görlitz ist betroffen.

Das Unternehmen hatte in der Kraftwerkssparte und der Antriebstechnik die Streichung von weltweit rund 6900 Arbeitsplätze angekündigt, davon etwa die Hälfte in Deutschland. Auch Werksschließungen sind für das Kraftwerksgeschäft im Gespräch, was auf heftigen Widerstand von Arbeitnehmervertretern gestoßen war.

„Vor dem Hintergrund des anhaltenden beispiellosen Markteinbruchs im Bereich der Stromerzeugung hat die Division Power and Gas (PG) zeitlich befristete Betriebsschließungen angekündigt“, erklärte der Siemens-Sprecher. Mit den Arbeitnehmervertretern sei man in Gesprächen, wie solche Schließungen nach Pfingsten weltweit noch im laufenden Quartal an möglichst allen Standorten der Sparte umgesetzt werden könnten. Die wichtigsten deutschen Standorte sind Mülheim, Berlin, Erlangen, Duisburg, Görlitz, Offenbach, Erfurt und Leipzig.

Die Beschäftigten müssten dafür nicht zwingend Urlaub nehmen, sondern könnten auch Gleitzeitkonten abbauen, hieß es. Die geplanten Schließungen seien Teil eines umfassenden Sparpakets, bei dem es auch um Reisekosten, Sponsoring, Messebeteiligungen und Investitionen gehe. „Ziel der Maßnahmen ist es, die Kostenposition von PG zu verbessern“, hieß es. Zahlen wurden dabei aber nicht genannt.

Bereits vor Wochen hatten Sondierungsgespräche mit Arbeitnehmervertretern über die angekündigten Einschnitte in der Sparte begonnen. Zur Begründung verweist Siemens auf den schrumpfenden Markt für konventionelle Kraftwerkstechnik, der einen Preisverfall und Überkapazitäten mit sich bringe.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (30. September) gaben Auftragseingang und Umsätze der Sparte erheblich nach. Zuletzt beschäftigte Siemens in der Kraftwerkssparte ohne Servicegeschäft weltweit 30 000 Menschen, davon rund 12 000 in Deutschland.

(dpa/bob)