Die Polizei hat In der Nacht zu Sonntag in Ostritz ein Rechtsrock-Konzert vorzeitig beendet. Nach Informationen der Polizeidirektion Görlitz hatten sich Hunderte Besucher auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Neißeblick“ versammelt, wo zwei Bands aus der rechten Szene spielten.

Die Polizeidirektion war mit Beamten des Polizeireviers Zittau-Oberland und des Einsatzzuges vor Ort. Gegen 23:20 Uhr seien aus der Veranstaltungshalle „Sieg-Heil-Rufe“ zu hören gewesen. Zudem hätten sich Anwohner über Notruf bei der Polizei gemeldet und sich über die Lautstärke vom Konzertgelände beschwert. Auch gaben nach Polizeiinformationen mehrere Zeugen an, ebenfalls „Sieg-Heil-Rufe“ aus dem Objekt gehört zu haben.

Daraufhin seien weitere Einsatzkräfte der Polizeidirektion Görlitz und der Bereitschaftspolizei Sachsen herangezogen worden. „Wegen des Straftatverdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beendete die Polizei um 01:10 Uhr das rechte Rockkonzert“, heißt es in der Mitteilung der Polizei weiter. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen aufgenommen.

Auf die Nachfrage der RUNDSCHAU, ob es einen Zusammenhang zwischen den Ereignissen von Samstagnacht und der Polizeiaktion am Freitagabend in Ostritz gebe, wollte sich ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz am Sonntagmorgen nicht äußern. Weitere Informationen gebe es erst am Montag, sagte er.

Ein verdächtiger Gegenstand auf einem Privatgrundstück in Ostritz hat am Freitagabend die Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes (LKA) auf den Plan gerufen. Für mehrere Stunden mussste die Bundesstraße 99 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, ehe Entwarnung gegeben werden konnte.

Der kleine Ort Ostritz, gelegen zwischen Zittau und Görlitz, hat 2370 Einwohner. Seit Längerem gibt es immer wieder Versuche der Vereinahmung durch Neonazis. Doch die Kleinstadt wehrt sich. Erst Anfang November hatten hier Tausende Menschen ein mehrtägiges Friedensfest gegen ein zeitgleich stattfindendes Neonazi-Festival gefeiert. Mit ihrem bunten Gegenprogramm setzte die Kommune mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Einrichtungen und den Kirchen ein Zeichen für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz und gegen Rechtsextremisten. Diese hatten sich bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr in der Stadt auf dem Gelände des Hotels „Neißeblick“ zu einem bundesweiten „Schild und Schwert“- Festival versammelt. Mit dabei waren auch Anhänger der rechten Kampfsportszene aus Cottbus, Lübben und Lindenau.