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Aufgeschnappt
Sexy Rietschen und fröhliches Jagen

Jeff Hayes erfüllte der kranken Elaine ein Herzenswunsch und überreichte ein Trikot mit seiner Unterschrift.
Jeff Hayes erfüllte der kranken Elaine ein Herzenswunsch und überreichte ein Trikot mit seiner Unterschrift. FOTO: Heide Thomas
Poller versperren auf der Gartenstraße in Rietschen schon längere Zeit den Weg. Doch der Hinweis auf die Sackgasse scheint es in  die Navigationsgeräte der Autos noch nicht geschafft zu haben. Könnte es ein Schild: „Vertrauen Sie ihrem Navigationsgerät an dieser Stelle nicht“ richten? Zumindest wurde der Vorschlag im jüngsten technischen Ausschuss gemacht. Natürlich nicht, ohne sich selbst darüber zu amüsieren.

Die Mitglieder des Rietschener technischen Ausschusses sind echt kreativ. In Nullkommanix haben sie einen Werbespruch für die Gemeinde rausgehauen: Rietschen – nur sexy! Auslöser war die Diskussion über Krippenbeiträge in Rietschen. Gerd Wenzel hatte gehört, dass das Berlin jetzt angeht. „Die sind arm, aber sexy“, hielt Bürgermeister Ralf Brehmer dagegen. Sofort war allen klar, Rietschen, ist nur sexy. Ein klasse Spruch in nur wenigen Minuten, wenn man bedenkt, dass die Diskussion um die Gemeindefahne vier Ratssitzungen gebraucht hat. Rietschen kann eben auch schnell. Ist das auch sexy?

In der jüngsten Ratssitzung in Krauschwitz schlug Bürger Ralph Hebig vor, dass es Sinn mache, beim Zusammengehen von Bad Muskau und Krauschwitz eine hauptamtliche Stelle für Fördermittel zu schaffen. Schließlich bringe jede Kommune mehrere Partnerstädte mit in die Ehe. Der Krauschwitzer Bürgermeister Rüdiger Mönch fand die Idee nicht schlecht und wollte sie mit Bad Muskau besprechen. Allerdings fand er dann doch einen Einwand: „Die Person dürfte ja dann nie Urlaub haben.“

Es gibt Bürgermeister mit Ritualen, wie der Handy-aus!-Ansage zu Beginn einer Beratung. Trebendorfs Gemeindechef Waldemar Locke, noch neu im Amt, macht das (noch) nicht. Und so kam es wie es kommen musste… Unüberhörbar schallte plötzlich „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ durch den Versammlungsraum. Alle guckten sich an. Schnell war der Verursacher ausfindig gemacht: Es war das Handy vom Gemeindechef. Sein Kommentar: „Entschuldigung, aber das lockert auf…“ Damit nicht genug in der Mittwochsitzung. Locke verwies auf die nächste am 9. Mai. Hoffentlich sei er dann wieder richtig gesund, so seine Kommentar. Da meldete sich Christine Mäkelburg und entschuldigte sich schon mal, weil sie nicht teilnimmt. „Warum?“, wollte Waldemar Locke wissen. „Weil Du krank bist...“

Als Donnerstagabend im Technischen Ausschuss Bad Muskau der Telekom-Mann Karten an die Wand projizierte, wo beim Internetausbau welche Geschwindigkeiten erreicht werden sollen, wollten es einige Anwesende ganz genau wissen. „Zoomen Sie doch noch mal ein bisschen bei Köbeln... ja, noch ein bisschen“, bat SPD-Stadtrat Thomas Baum. „Thomas, du bist drin“, kommentierte einer am Tisch und sorgte für heitere Erleichterung.

Ein Herzenswunsch von der 13-jährigen Elaine ist überraschend Wirklichkeit geworden. Das an Rheuma erkrankte Mädchen musste in letzter Zeit viele Untersuchungen durchstehen. Die ständigen Schmerzen schränken das Leben des Teenagers enorm ein, doch sie hält sich wacker, sagt Silko Hoffmann. In Zusammenarbeit mit den Lausitzer Füchsen erfüllte sein Verein „Herzenswünsche Oberlausitz“ Elaine einen ganz besonderen Wunsch. Elaine ist ein großer Fan des Eishockeyvereins, ihr absoluter Lieblingsspieler ist Jeff Hayes. Dieser überraschte die 13-jährige Schülerin aus Schleife und überreichte ihr persönlich ein Trikot mit Unterschrift. Diese besonders herzliche Geste berührte Elaines Familie und auch den Verein. Ihre Schwester Xenia und ihre Mutti Lydia hatten den Kontakt zum Verein aufgenommen und Elaines Krankheitsgeschichte erzählt. Der Verein hofft, dass diese Überraschung Elaine viel Kraft und Zuversicht schenkt.⇥ ni/rw