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Senioren ziehen in die Alte Post ein

In und an der Alten Post wird derzeit noch fleißig gewerkelt. Sichtbarstes Zeichen der Umnutzung ist der Fahrstuhl-Anbau.
In und an der Alten Post wird derzeit noch fleißig gewerkelt. Sichtbarstes Zeichen der Umnutzung ist der Fahrstuhl-Anbau. FOTO: Preikschat
Weißwasser. Anfang Juni begrüßt das Familienunternehmen Kunze die ersten Mieter in der Alten Post. 20 Senioren mit Betreuungsbedarf finden ein barrierefreies Zuhause in Innenstadtlage. Aus Sicht des Investors profitiert auch die Stadt. Daniel Preikschat

Helmut Wenzlaff kann demnächst aus seiner Wohnung auf das Bahnhofsgebäude in Weißwasser gucken. Ein schöner Anblick für ihn. Wecke er doch Erinnerungen an die Zeit, als er noch im Bergbau gearbeitet hat und regelmäßig mit dem Zug in seine altmärkische Heimat Osterburg fuhr. Der 64-Jährige erzählt das, als ihn Heike Starus vom Familienunternehmen Kunze durch die Alte Post vis-à-vis des Bahnhofs führt. Hier haben Handwerker derzeit noch viel zu tun, um das Haus bis Anfang Juni einzugsfertig zu bekommen. Vor allem am großen Gemeinschaftsraum mit Küche und Wintergarten, am Fahrstuhl-Anbau sowie am gepflasterten Vorplatz wartet noch reichlich Arbeit.

Außer Helmut Wenzlaff ziehen 19 weitere pflege- oder betreuungsbedürftige Senioren ein, so Heike Starus, Leiterin des Betreuten Wohnens bei Kunze. 14 Einzimmerwohnungen mit Bad, zwei Zweiraumwohnungen und ein Doppelzimmer wurden auf den drei Etagen eingerichtet, damit Wohnraumgrößen von 30 bis 50 Quadratmetern geschaffen. Drei Mahlzeiten werden für alle Bewohner des Hauses gereicht, außerdem Freizeitangebote gemacht und die Wäsche gewaschen. In die Wohnungen können eigene Möbel hineingestellt und auf Wunsch eine Miniküche eingebaut werden. Die Mieter bestimmten, wie viel Begleitung und Gesellschaft sie in Anspruch nehmen wollen, so Heike Starus.

"Ideales" Objekt

Der kontaktfreudige Helmut Wenzlaff freut sich indes schon auf neue Bekanntschaften, wie er sagt. Er habe bisher in einer Fünf-Mann-Wohngemeinschaft von Kunze in der Tiergartenstraße gewohnt. Auch andere dieser WGs löse das Unternehmen in Weißwasser nun auf und biete den Senioren in der Alten Post bessere Wohnstandards an. Die Miete steige etwas, bleibe aber bezahlbar. Nur eine oder zwei Wohnungen in dem umgebauten Baudenkmal seien noch frei.

1,2 Millionen Euro, so Firmenchef Daniel Kunze, koste der Umbau, mit dem es im August 2014 losging. Von Größe, Raumzuschnitten, Lage und Erreichbarkeit her sei das denkmalgeschützte Gebäude ideal. Ältere Menschen wollten ihren Lebensabend meist lieber in einer belebten Innenstadt mit kurzen Wegen verbringen, ist Kunze überzeugt. Dem wurde schon mit dem Umbau eines Kaufhauses zum Senioren-Wohnhaus an der Mittelstraße Rechnung getragen. Ebenfalls ein denkmalgeschütztes Postgebäude ließ Kunze in Bad Muskau umnutzen. Insgesamt habe das Familienunternehmen mit seinen Wohnangeboten bereits 130 Senioren in die Innenstadt von Weißwasser geholt.

Tag der offenen Tür

Daniel Kunze hätte deshalb einen Wunsch, den er an die Adresse der Stadtverwaltung richtet: Die gesamte Altstadt so barrierefrei wie möglich zu gestalten.

Für Freitag, 29. Mai, lädt das Familienunternehmen Kunze von 14 bis 17 Uhr zu einem Tag der offenen Tür in die Alte Post.