ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:45 Uhr

Seine Devise als Bearbeiter Bergbau: "Trebendorf first"

Kerstin Antonius dankt Wolfgang Zech. Mit seiner lockeren Art habe er manche verhärtete Situation gelöst.
Kerstin Antonius dankt Wolfgang Zech. Mit seiner lockeren Art habe er manche verhärtete Situation gelöst. FOTO: Nitsche
Trebendorf. Nachdem für ihn elf Jahre lang immer die Devise galt "Trebendorf first", will er jetzt loslassen – Wolfgang Zech (65), Bearbeiter Bergbau in der Gemeinde Trebendorf. Nach einem 42 Jahre währenden Arbeitsleben hat nun für den Trebendorfer der Ruhestand begonnen. Gabi Nitsche

Dorthin verabschiedete ihn Bürgermeisterin Kerstin Antonius jetzt mit einem herzlichen Dankeschön.

"Wolfgang hat viel geleistet", so die Gemeindechefin. Sie ruft den Gästen von Zechs privater Abschiedsparty wichtige Ereignisse ins Gedächtnis: der 2008 unterzeichnete Grundlagenvertrag Vattenfall-Trebendorf, der zuvor in unzähligen Beratungen ausgehandelt wurde, sämtliche Maßnahmen daraus, die umgesetzt wurden. Stichwort Umsiedlung und Entschädigung und mehr. Viel, viel Schreibkram, Telefonate, E-Mails stecken dahinter. Er war zu jeder Zeit Ansprechpartner für Baufirmen, als es um die Erschließungsmaßnahmen ging, genauso für den Bergbaubetreiber. Aber vor allem im Bürgerbüro für die Einwohner.

Sein Berufsleben begann der studierte Diplomingenieur für Melioration und Pflanzenproduktion als Projektant in der Meliorationsgenossenschaft Krauschwitz. Später wechselte er zur Abteilung Feuerwehr im Kreis Weißwasser, war ab 1997 selbstständig. Als 2006 Trebendorf einen Bearbeiter Bergbau suchte, sah Wolfgang Zech als ehemaliger Tzschellner Umsiedler darin eine spannende Herausforderung. "Ohne wirklich zu ahnen, was da alles auf mich zukommt." Sein Fazit: "Es war anstrengend, ich musste zeitweise an meine Grenzen gehen. Beratungen, Protokolle, Verträge und Verhandlungen vorbereiten. Aber ich habe es immer gern gemacht."

Als die Arbeit ihm über den Kopf wuchs, stellte der damalige Bürgermeister Peter Mäkelburg Regina Zange als versierte Bürokraft ein. Von da an bewältigten beide den Berg Arbeit. "Wie Latsch und Bommel", umschreibt Kerstin Antonius diese Zusammenarbeit. Wolfgang Zech nennt die elf Jahre eine besonders schöne Zeit: "Ich war aktiv dabei, wie sich Trebendorf von einem schon sehr schönen Dorf zu einem äußerst attraktiven lebenswerten Dorf veränderte." Stets sei es darum gegangen, dass angestrebte Lösungen gut für Trebendorf sind. Die Zusammenarbeit mit beiden Bürgermeistern sei konstruktiv, respektvoll und menschlich gewesen. "Beide haben einen außerordentlichen Anteil an der Entwicklung Trebendorfs", unterstreicht der Neu-Ruheständler.

Wolfgang Zech wolle sich jetzt auf das konzentrieren, was die Jahre über zu kurz kam - viel mehr Zeit mit seiner Frau Renate verbringen gehört dazu. Gemeinsam gemütlich frühstücken, RUNDSCHAU lesen und dann das machen, wozu man Lust hat. Ohne Zeitdruck. "Wir haben einen großen Garten, das Gewächshaus ist auch nicht gerade klein. Manches ist in der Vergangenheit liegen geblieben und muss gemacht werden." Er freut sich genauso auf mehr Kurzurlaube und Naturwanderungen, will die Eltern und den Schwiegervater unterstützen und vor allem mehr Zeit mit seinen Kindern und Enkeln verbringen. "Im August werden wir wieder Großeltern." Tochter Elena in Esslingen erwartet ihr zweites Kind.

Damit sie das alles genießen können, sei das Allerwichtigste "fit und gesund sein", so Wolfgang Zech.