| 02:48 Uhr

Segelflieger landet von Thermik verlassen auf Feld

Auf einem Feld bei Mittelherwigsdorf "strandete" ein Segelflieger aus Schwarzheide.
Auf einem Feld bei Mittelherwigsdorf "strandete" ein Segelflieger aus Schwarzheide. FOTO: Polizei
Mittelherwigsdorf/ Schwarzheide. Einen Fluggast aus Schwarzheide hat bei Mittelherwigsdorf (Landkreis Görlitz) am späten Donnerstagnachmittag die Thermik verlassen. Auf einem brachliegenden Feld an der S 139 ist der erfahrene Segelflieger sicher gelandet. Kathleen Weser

Am Fuße des Zittauer Gebirges war offenbar der Strom der tragenden Luftschicht zu Ende gewesen, hat der in der Lausitz ortsunkundige 51-jährige Pilot aus Nordholz bei Cuxhaven einer Polizeistreife, die aufgeregt gerufen worden war, absolut entspannt erzählt.

Denn Aufregung löst eine solche Außenlandung bei den Vereinsmitgliedern, die regelmäßig in die Lüfte aufsteigen, nicht aus. Das versichert Jürgen Arndtz vom Aeroclub Schwarzheide, dem gastgebenden Verein. "Wer in das Segelflugzeug steigt, nimmt das Risiko, dass die Thermik ihn verlässt, immer mit", erklärt er. Deshalb seien Segelflieger dufte Leute mit einem großen Freundeskreis - und sehr bewusst auch meist in einem Verein organisiert. Denn sie müssen von verlässlichen Partnern regelmäßig irgendwo eingesammelt werden. Im Vorfeld des Abhebens sei es am wichtigsten, sich mit wenigstens einem oder zwei Kameraden abzusprechen und den Autoschlüssel an die Person des Vertrauens abzugeben, die einen niemals irgendwo in der Weite der Region auf einem Feld in Vergessenheit geraten lässt. So geschehen auch in diesem Fall: Der sicher gelandete Mann und sein Segelflugzeug sind bodenständig PS-stark mit dem Transportanhänger abgeholt worden. "Moderne Segelflugzeuge sind längst so konstruiert, dass sie zügig teildemontiert verladen werden können", erklärt Jürgen Arndtz.

Den großen Auflauf von Polizei, Feuerwehren und anderen Rettern bei Außenlandungen erleben die Flugsportler immer wieder. Dass Bürger, auch unwissend, aber in guter Absicht helfend zur Tat schreiten, mache die Lausitzer sehr sympathisch. Und der wenig überraschend Gestrandete habe so auch meist gute Unterhaltung, bis die vereinseigene Boden-Rettungsmannschaft die Kilometer bis zum Abholort zurückgelegt hat. Das war auch bei Mittelherwigsdorf der Fall.