Die Anfahrt der 44 Ketten-Kolosse ist generalstabsmäßig durchgeplant. Um sechs Uhr werden die Schützenpanzer Marder in Doberlug-Kirchhain anrollen, sagte Presseoffizier Daniel Kruschinski am gestrigen Mittwoch bei einer Pressekonferenz auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz (TÜP). Um 9.30 Uhr dann soll der letzte Panzer das Übungsgelände erreicht haben. Die Kolonne mit insgesamt 60 Fahrzeugen der Bundeswehr werde auf den 80 Kilometern mit Tempo 30 und in genau vorgeschriebenen Abständen unterwegs sein. Dabei rollt sie durch Finsterwalde und Großräschen, streift später Spremberg und Boxberg.

Hauptmann Marko Jakob, bei der Panzergrenadier-Brigade 37 “Freistaat Sachsen„ verantwortlich für die Ausbildung der Soldaten, wirbt bei Autofahrern und Straßenanwohnern um Verständnis: “Es wird kurzzeitig zu Lärmbelästigung und Verkehrsbeeinträchtigungen kommen.„ Das Verlegen von Kettenfahrzeugen über Straßen sei eben auch ein wichtiger Teil der Ausbildung.

Zwei Wochen nutze die Brigade das Areal. Dabei würden vor allem Schießübungen absolviert, mehrfach auch nachts, so Jakob weiter. Neben den Panzerbesatzungen und Panzergrenadieren nehmen auch Pioniere, Fernmelder und Logistiker an der Übung teil, insgesamt 1500 Soldaten mit 150 Fahrzeugen.

Die Brigade war zuletzt von März 2009 bis April 2010 Leitbrigade für das 19. und 21. Einsatzkontingent der ISAF (Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe) in Afghanistan, erklärt Hauptmann Jakob. Rund 2500 von insgesamt 6700 Soldaten der Panzergrenadier-Brigade seien dabei in Afghanistan eingesetzt worden. Fünf Gefallene mussten beklagt werden. Insgesamt sind bei dem Afghanistan-Einsatz bislang 44 Bundeswehrsoldaten gefallen.

Der nächste Einsatz in dem Krisengebiet stehe der Brigade 2012 bevor, betont Jakob die Wichtigkeit der Übung in der Oberlausitz. Viele der Soldaten - sie kommen aus allen Bundesländern, vornehmlich aber aus Sachsen und Thüringen - werden das erste Mal dort sein.

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Die Fahrzeuge fahren zunächst auf den Landstraßen L 70 und L 60. Sie biegen dann ab auf die Bundesstraße B 96. Weiter geht es auf den Bundesstraßen B 169, B 156 und B 97. Zuletzt ist die Kolonne auf der S 130 unterwegs. Insgesamt setzt die Panzerbrigade 37 bei der zweiwöchigen Übung 150 Fahrzeuge ein. Die meisten davon werden auf dem Schienenweg dorthin transportiert.Video-Nachrichten zum Artikel bc_widget_single({'token':'Yv5Hi9hkfha42V_EyX-LerBxuXGTwWeLQ1A2Qf6PrK0.', 'width':450, 'postfix':'', 'videoIds':[635266896001], 'dir': 'http://www.lr-online.de/mediacenter/videos/', 'playerIds':[21313753001]});