ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:09 Uhr

Schüler meinen: „Das war die beste Zeit unseres Lebens“

Die Schüler aus Pappmaschee zeigen schrittweise den Verfall der Schule.
Die Schüler aus Pappmaschee zeigen schrittweise den Verfall der Schule. FOTO: Brinkop
Weißwasser.. Die Schließung der 1. Mittelschule Weißwasser geht an den Schülern nicht spurlos vorbei. Das macht die Ausstellung „Wenn eine Schule stirbt“ des musisch-kreativen Profils deutlich. Mit den Exponaten wollen sie nicht nur Aufmerksamkeit erregen, sondern ihre Gedanken und Gefühle sichtbar machen. Von Rebecca Kresse

Bilder und Schriftzüge an den Wänden, Schüler aus Pappmaschee, Mobiles mit Fotos und eine mit Schulbuchseiten tapezierte Wand. Der Raum, in dem die Ausstellung untergebracht ist, erinnert nur noch wenig an ein Klassenzimmer. Worte wie „Bedenken, Zweifel, Erinnerung, Angst“ sind überall zu lesen. Im Hintergrund läuft ein Video von der Schulabschlussfeier aus dem vergangenen Jahr.
Was erwartet uns an der neuen Schule„ Werden wir den Neustart schaffen“ Werden uns die neuen Mitschüler mögen? Nur einige Fragen, die sich Maria Martin und Janine Mertins aus der 9 a in ihrem Bild stellen.
Seit Anfang des Jahres arbeiten sie gemeinsam mit den Schülern des musisch-kreativen Profils an dem Projekt. „Wir haben im vergangenen Jahr die Ausstellung ,Blockbuster - Kunst im Rückbau' gesehen und wollten etwas Ähnliches schaffen“ , erzählt Dirk Schreiber aus der 10 a. Auch wenn er seinen Abschluss noch an der 1. Mittelschule machen kann, bewegt ihn die Schulschließung. „Ich bin der letzte Schüler“ , sagt er. Doch was als Scherz gemeint war, klingt wehmütig. „Ich fühle mich geehrt, dass ich mit zum letzten Abschlussjahrgang gehöre“ , ergänzt Dirk Schreiber „Das war die beste Zeit meines Lebens“ .
Auch Jenny Utsch aus der 10 b ist es nicht egal, dass es ihre Schule bald nicht mehr gibt. „Es hängen so viele Erinnerungen daran“ , sagt sie. Im Schulhof erklärt Jenny den Außenteil der Ausstellung. Hier haben die Schüler eine Grabstätte errichtet, mit einem Kreuz und den Zahlen 1992 - 2005. Bunte Steine symbolisieren die besonderen Bausteine der Schule, wie das Brunnenfest, die Sprachreisen, das Kreativwochenende, das musisch-kreative Gestalten und das besondere Schulklima. Der Bärenbrunnen auf dem Hof ist mit einer Plane abgedeckt. „Als Symbol für die Schließung“ , erzählt Jenny Utsch.
Auch die Besucher der Ausstellung können an dem Kunstprojekt teilhaben. Die Bäume auf dem Schulhof sind zu „Gedankenbäumen“ umgestaltet worden. Jeder kann dort seine Geschichten und Gedanken zur Mittelschule aufschreiben und aufhängen. Unter dem Motto: „Die Gedanken sind frei“ soll sich die Ausstellung so immer weiter entwickeln.

Hintergrund 1. Mittelschule
 Am 15. Juli ist an der 1. Mittelschule der letzte Schultag. Danach wird die Schule geschlossen. Ab dem 29. August müssen die Schüler dann zur Bruno-Bürgel-Mittelschule gehen.