| 02:56 Uhr

Schönes Weihnachtskonzert in halbleerer Kirche

Der Chor mit seinem Leiter Björn Sobota bei seinem Auftritt am Sonnabend in der Gablenzer Kirche.
Der Chor mit seinem Leiter Björn Sobota bei seinem Auftritt am Sonnabend in der Gablenzer Kirche. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Gablenz. Der Gemischte Volkschor "Eintracht" aus Bad Muskau gestaltete Samstag die musikalische Weihnachtsandacht in der Evangelischen Kirche Gablenz. Die Sänger treten immer wieder gern in diesem Gotteshaus auf, nicht zuletzt wegen der tollen Akustik dort. Schade, dass nur wenige Besucher den Weg zu diesem Weihnachtskonzert fanden. So musste der Chor sein Programm in einer nicht einmal halb voll besetzten Kirche darbieten. Ingolf Tschätsch / igt1

Schwere, tragende Orgelklänge erfüllen die Kirche in Gablenz. Björn Sobota, Leiter des Gemischten Volkschores "Eintracht" Bad Muskau, entlockt sie dem Instrument. Auftakt für die musikalische Weihnachtsandacht an diesem Sonnabendnachmittag. Dann setzt der Chor mit "Macht hoch die Tür" ein. Pfarrerin Miriam Arndt begrüßt die Besucher zu diesem Weihnachtskonzert. Nur wenige haben den Weg in die Trinitatiskirche gefunden. Sind die Gablenzer Kulturbanausen, die Chormusik nicht interessiert? Der Eindruck entsteht beim Anblick der nicht einmal zur Hälfte besetzten Sitzplätze. Ist das schlechte Wetter schuld daran?

Zu wenig Sänger

Der Gemischte Volkschor lässt sich von der negativen Besucherresonanz nicht beeinflussen und bietet wie gewohnt ein begeisterndes Programm zur Einstimmung auf das Fest. "Sind die Lichter angezündet", Süßer die Glocken nie klingen" oder "Tausend Sterne sind ein Dom" - bekannte Weihnachtslieder - erklingen. Wer will und kann, darf mitsingen. Dazwischen kirchliche Werke wie "O Bethlehem, du kleine Stadt" und Lesungen aus der biblischen Geschichte, so aus dem Lukas-Evangelium. Immer wieder beeindruckt das Orgelspiel von Björn Sobota. Beispielsweise interpretiert er ein Stück aus der Oper "Hänsel und Gretel". Mit dem "Kleinen Trommeljungen" strebt das Programm Höhepunkt und Abschluss entgegen. "Es ist ein Ros entsprungen" singen Chor und Besucher am Ende gemeinsam.

Das Konzert in Gablenz ist nicht das einzige, was die 28 Sängerinnen und Sänger aus der Parkstadt in der Vorweihnachtszeit bestreiten. "Hinter uns liegt eine ganze Reihe von Auftritten - in der ‚Linde' in Krauschwitz, im ‚Kaffee König' in Bad Muskau, die Adventsfeier der Stadt, die Schlossweihnacht und Veranstaltungen in zwei Pflegeheimen. In der Gablenzer Kirche singen wir auch deshalb gern, weil hier die Akustik so toll ist", erzählt Vereinsvorsitzende und Sängerin Hannelore Koschkar. Die Chefin gibt zu, dass das auch ganz schön anstrengend ist, zumal der Altersdurchschnitt der Akteure so um die 66 Jahre liegt.

Der Gemischte Chor hat wie andere Chöre auch mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Umso mehr hat sich Hannelore Koschkar darüber gefreut, dass nach dem Herbstkonzert im Bad Muskauer "Kaffee König" zwei Frauen um Aufnahme baten. Noch dringender werden singende Männer gesucht. Acht Sänger, einschließlich Chorleiter Björn Sobota, sind einfach zu wenig. "Fällt dann mal noch einer aus, können wir anstatt vierstimmig nur dreistimmig singen. Zum Glück gibt es aber genügend dreistimmige Lieder", erklärt die Vereinsvorsitzende.

Auch Pop und Schlager

In letzter Zeit sind die sangesfreudigen Damen und Herren dazu übergegangen, auch mal den einen oder anderen Schlager oder Poptitel in ein Arrangement für einen Chor umzuschreiben, was Björn Sobotas Aufgabe ist. So können die Besucher beispielsweise "Wer die Rose ehrt" von Karat in einer solchen Fassung hören. Schließlich will man mit der Zeit gehen und modern sein, und da müssen neue Wege auch beim Chorgesang gesucht werden.