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| 15:26 Uhr

Breitbandausausbau
Schnelles Internet kommt langsam voran

 Bevor in Trebendorf Gräben für den Breitbandausbau ausgebaggert werden, braucht es noch Monate und jede Menge Papier.
Bevor in Trebendorf Gräben für den Breitbandausbau ausgebaggert werden, braucht es noch Monate und jede Menge Papier. FOTO: ZB / Bernd Wüstneck
Trebendorf. Trebendorf muss Vergabebeschluss wiederholen. Förderprozedere ist eins zum Haareraufen. Von Regina Weiß

Im Januar hatten alle Gemeinderäte des Kirchspiels Schleife einen fast gleichlautenden Beschluss gefasst. Sie hatten die Telekom Deutschland GmbH mit der Leistung zum Breitbandausbau beauftragt. Seitdem ist kein Meter gebaut worden. Das hat mehrere Gründe. Im Fall Trebendorf gibt es zwei. Wie Lars Stechemesser von der Gemeindeverwaltung Schleife erläutert, ist bei der Erfassung der Adresspunkte, die sozusagen ans neue Netz gehen sollen, die Ruhlmühle vergessen worden. Doch diese gehört zur Gemarkung Mühlrose. Nachtragsangebote von allen Bietern der Ausschreibung mussten eingeholt werden. In der Sitzung am Mittwoch ist nun die Neuvergabe beschlossen worden. Der Auftrag geht wiederum an die Telekom. Diesmal für 637 625 Euro. 3400 Euro mehr als im Januar.

Der zweite Problemfall betrifft Mühlrose. Der Breitbandausbau ist nur möglich, weil Bund und Land diese Investition in die Zukunft fördern. „Die Zweckbindungsfrist Fördermittel beträgt sieben Jahre“, so Lars Stechemesser. Das wäre nach Adam Riese 2026. Doch Ende 2024 soll die Umsiedlung von Mühlrose abgeschlossen sein. Ein Sonderfall, für den es bisher noch keine Lösung gibt. Trotzdem hat die Gemeindeverwaltung Schleife beim Bund den finalen Förderantrag abgestellt. „Das mussten wir auch, denn die Angebotsbindung der Telekom gilt nur bis Ende Mai“, so Stechemesser weiter.

Damit kommt Problem Nummer drei: Das Förderprozedere ist so komplex und kompliziert, dass man in die Tischkante beißen könnte. Bisher braucht es dafür jede Menge Beratungen, Zeit und Papier. Doch alle Nachforderungen vom Bund müssen fleißig abgearbeitet werden. Denn der muss als erstes grünes Licht geben. Denn erst dann kann das Land seine Co-Finanzierung beschließen. Das könnte im Juni so weit sein, deutet Stechemesser an. „Wir haben ein gutes halbes Jahr verloren“, sagt Stechemesser.

„Schauen wir mal, wie die Digitalisierung weitergeht“, sagt Bürgermeister Waldemar Locke (CDU). Es klingt sarkastisch und ernüchternd zugleich. Von einem konkreten Baubeginn will derzeit noch keiner wirklich sprechen.