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Breitband
Schnelles Internet für Bad Muskau im Anmarsch

Bad Muskau. Von Gabi Nitsche

Anfang nächsten Jahres geht es los. Dann soll in Bad Muskau nach und nach schnelles Internet kein Problem mehr sein. Das stellte Sten Pinkert, Regionalmanager der Deutschen Telekom,  in Aussicht. Das Unternehmen halte an seinem Versprechen fest, versichert er.

Anhand von verschiedenen grafischen Übersichten erläuterte Pinkert das geplante Vorgehen. Die Telekom hatte bei einem Markterkundungsverfahren Ende 2016 erklärt, rund 80 Prozent des Stadtgebietes auf eigene Kosten auszubauen. Dafür will sie die Vectoring-Technologie anwenden, die für deutlich mehr Geschwindigkeit beim Surfen im weltweiten Netz verspricht. Bis zu 100 MBit/s sollen möglich werden, mindestens aber 50, und in den Folgejahren soll der Turbo draufgeschalten werden und Geschwindigkeiten bis zu 250 MBit/s bringen.

Begonnen wird mitten in Bad Muskau, im so genannten Nahbereich  – 500 Meter etwa vom Turm entfernt. Dort werde die Vermittlungsstelle ausgebaut sowie umliegende Kabelverzweiger mit der neuen Technik ausgestattet. Die ersten Bauanzeigen und -maßnahmen gebe es schon, erklärte Hauptamtsleiter Dirk Eidtner. An der Grundschule könne man das sehen, dort würde der erste Verteilerkasten umgesetzt.

Insgesamt zehn Kabelverzweiger werden dann außerhalb des Nahbereichs ausgebaut. Die Verteiler werden zu Multifunktionsgehäusen (MFG) umgebaut. Das bedeutet, so der Gast,  die großen grauen Kästen am Straßenrand werden zu Mini-Vermittlungsstellen. Im MFG wird das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel zum Anschluss des Kunden übertragen. Um die Kupferleitung schnell zu machen, kommt besagtes Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen. Dadurch werden die angekündigten höheren Bandbreiten erreicht.

Die restlichen 20 Prozent „weiße Flecken“ bei der Breitbandversorgung lässt der Landkreis Görlitz ausbauen, und dafür wird dann Glasfaser verwendet, bestätigte Bürgermeister Andreas Bänder (CDU). Für Stadtrat Erik Schober (CDU) stellte sich die Frage, ob die Vectoring-Technologie gegenüber Glasfaserkabel etwa von Nachteil sei. Sten Pinkert bestätigte dessen Annahme, dass Glasfaser das eigentliche Highlight sei, wie es Schober formulierte. Aber Pinkerts Überzeugung ist: „Mit 250 MBit/s kommen Sie locker hin...“. Wer unbedingt Glasfaser wolle, habe die Möglichkeit, sich das bis ins eigene Haus legen zu lassen über das Angebot „Breitband für mich“. Als Andreas Bänder hörte, was das dem Privaten kosten würde – bis zu fünfstellige Summen – meinte dieser „ja, Tiefbau ist teuer...“

Ob denn die Bad Muskauer informiert werden, wenn das schnelle Internet zur Verfügung steht, war eine von vielen Fragen am Donnerstagabend. Ja, das Kommunikationsunternehmen werde dafür ordentlich die Werbetrommel rühren, so Pinkert. Mit der Bemerkung „Hoffen wir mal, dass nicht so viel Zeit vergeht, bis es losgeht“, dankte Bürgermeister Bänder dem Gast für dessen ausführlichen Bericht. Den hatte sich in der jüngsten Stadtratssitzung Stadtrat Siegmar Nagorka eingefordert.