| 02:58 Uhr

Schnelle Boote fegen über den See

Motorbootrennsportler aus Sachsen und Berlin-Brandenburg trainierten auf dem Halbendorfer See.
Motorbootrennsportler aus Sachsen und Berlin-Brandenburg trainierten auf dem Halbendorfer See. FOTO: Martina Arlt/mat1
Halbendorf. Mit Geschwindigkeiten bis zu 160 km/h sind am Samstag Motorbootrennsportler über den Halbendorfer See gefegt. Gab es hier in den letzten Jahren bereits drei Rennen, hatte am Samstag das ADAC-Frühjahrstraining auf diesem Gewässer Premiere. mat1

Diese Veranstaltung organisierte der ADAC-Sachsen in Kooperation mit Berlin-Brandenburg.

"Das könnte zu einer Tradition an diesem See werden. Wir haben eine gute Zusammenarbeit mit dem Zweckverband des Erholungsgebietes. Außerdem ist der Halbendorfer See kein so genanntes schiffbares Gewässer und somit ist es mit den Genehmigungen etwas einfacher. Gerade zu dieser Jahreszeit stören wir keine Badegäste mit unserem Training, es ist genau die richtige Zeit", ist Olaf König (54) überzeugt. Er ist als Wassersportbeauftragter beim ADAC-Sachsen tätig. Vor der Wende fuhr König selbst Motorbootrennen in Deutschland und im sozialistischen Ausland. Heute sei er "etwas ruhiger" geworden, meint er. Der Dresdener begeistert sich für historische Rennboote und besitzt mehrere Oldtimer-Boote aus den 50er- und 60er-Jahren.

Sieben Boote waren für Samstag in Halbendorf gemeldet, sechs Sportler reisten mit ihren "schnellen Kisten" an. Bevor die Besitzer der Motorboote jedoch auf dem Wasser so richtig Gas geben konnten, wurden die Boote "auf Herz und Nieren" geprüft. Die technische Abnahme der Rennboote hatten Trainingsleiter Thomas Löffelholz sowie Volker Brachvogel vom Deutschen Motoryachtverband inne. "Die Sicherheit steht natürlich immer an erster Stelle. Es werden technische Dinge wie Lenkseile, Motorhalterung oder die Kurzschlusssicherung, auch Quickstopp genannt, nachgesehen. Die richtige Ausrüstung des Fahrers ist ebenso wichtig. Sie tragen einen schnittfesten Anzug. Außerdem müssen sie ein Paddel mit sich führen, um sich im Notfall fortzubewegen oder sich bemerkbar zu machen", erklärt Trainingsleiter Thomas Löffelholz. Es wird in verschiedenen Klassen gestartet wie: Formel ADAC-Masters, Formel ADAC, 0-250, OSY-400 oder Formel R 1000. Einer, der sich seit 2003 diesem recht anspruchsvollem Hobby verschrieben hat, ist auch der 28-jährige Stefan Probst aus Dresden: "Der Rennsport ist schon sehr faszinierend. Für unsere Trainingseinheiten auf dem Wasser nutzen wir Sportler gern die Elbe in Dessau. Die Wochenenden in der Saison verbringe ich natürlich oft am und auf dem Wasser. Hauptsächlich fahre ich im Ausland Rennen. Das nächste Highlight für mich ist am 16. Mai in Italien", erzählt der Dresdener. Er arbeitet als Projektleiter in der mechanischen Bearbeitung.

Die Organisatoren dieser sportlichen Veranstaltungen stoßen auch jederzeit auf offene Ohren bei René Blümel vom Tauchsportclub Aqua-Team mit seinen vielen fleißigen Helfern. "Beginnt die Wassersportsaison, dann hat man endlich wieder den Spritgeruch in der Nase. Unser Rettungsteam begleitet im Jahr mehr als zehn Veranstaltungen in ganz Deutschland", sagte René Blümel. Solche Wassersportaktivitäten würden auch immer einen gewissen Hauch von Urlaub mitsichbringen. Einsätze wie der am Samstag in Halbendorf erfolgen in der Freizeit.