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| 15:56 Uhr

Stadtansicht
Schmiererei verhunzt Giebel-Kunst

Die Tänzerin am Giebel ist ein echter Hingucker. Umso ärgerlicher ist die Schmiererei im unteren Bereich.
Die Tänzerin am Giebel ist ein echter Hingucker. Umso ärgerlicher ist die Schmiererei im unteren Bereich. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Die Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser erstattet Anzeige gegen Unbekannt. Von Gabi Nitsche

Es war 2005 eine Hommage der Wohnungsbaugesellschaft mbH Weißwasser (WBG) an die Stadt, die damals Gastgeberin für den Tag der Sachsen war. Ein Wandbild. Es zeigt eine Tänzerin, die von einem Lichtkegel angestrahlt wird, und dahinter einen Schatten. Mit diesem Wandbild sollte ein visuelles Tor geschaffen werden zum Boulevard. Geschaffen wurde es von den Künstlern Thomas Strauss und Markus Hillegaart aus Cottbus. Jetzt ist es verhunzt worden mit Schmierereien. Petra Szcesny, WBG-Geschäftsführerin, ist entsetzt. „Ich würde gern sachlich reagieren, aber ich kann das nicht. So etwas ist mir in Jahrzehnten noch nicht untergekommen“, sagt sie. Dass neu gestaltete Fassaden von Wohnhäusern beschmiert werden, das sei leider gang und gäbe. „Aber diese Respektlosigkei, nun auch Kunst anderer zu verschandeln, das enttäuscht mich wahnsinnig“, gesteht Petra Szcesny. Sie betont: „Wir überlegen, wie man der Stadt ein schönes Gesicht und Seele geben kann, wollen mit Werken wie diesem aus dem Sportbereich Lebensfreude ausstrahlen und dann das.“  

Fakt sei, dass die WBG erst einmal alle Pläne für weitere Giebel-Gestaltungen ad acta gelegt hat. Dabei sind diese, ob Schwimmerin, Fußballer, Läufer, Eishockey-Spieler, echte Hingucker. „Aber wenn solche Schmierfinken nicht in die Schranken gewiesen werden, dann lassen wir das.“ Denn hinter jedem der Kunstwerke stecke ja auch eine hohe Investition. Geld, das erst einmal erwirtschaftet werden müsse. Neid, Missgunst und Denunziantentum seien mittlerweile leider Alltag. Damit könne sie inzwischen umgehen. Aber diese Schmierereien verärgern ihr Team und sie sehr. „Dass wir Anzeige erstatten, wird jeder verstehen, und ich hoffe sehr, dass die Sprayerszene diese Schmierfinken nicht duldet.“

„Die Sinnlosigkeit und der Zerstörungswille einzelner Mitmenschen machen mich wütend“, so Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) Es fehle an Anstand und Respekt vor Kunst, Kreativität und Werten. Seinem kritischen Post auf Facebook schließen sich viele User an. Da ist von „bodenloser Frechheit“, „grenzenloser Dummheit“ und von Menschen die Rede, „die machen das sinnloser Weise zunichte“, was andere für ein schöneres Stadtbild geschaffen haben. Einer ist überzeugt, dass der Verursacher ob der öffentlichen Kritik jetzt genau die Aufmerksamkeit erhalte, die dieser erreichen wollte.

Duldet die Szene diese Schmierei am Giebel eines WBG-Hauses am Boulevard in Weißwasser?
Duldet die Szene diese Schmierei am Giebel eines WBG-Hauses am Boulevard in Weißwasser? FOTO: Gabi Nitsche