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Schlossweihnacht vor Traumkulisse

Eine Augenweide – das festlich erleuchtete Schloss zu abendlicher Stunde.
Eine Augenweide – das festlich erleuchtete Schloss zu abendlicher Stunde. FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Bad Muskau. Wer sich am Sonnabend dafür entschieden hatte, dem Bad Muskauer Schloss einen Besuch abzustatten, der wurde nicht enttäuscht. Die fünfte Schlossweihnacht hielt all das bereit, was zu einer solchen Veranstaltung gehört. Als in den Abendstunden das Schloss hell erleuchtet im Park erstrahlte, gerieten Romantiker regelrecht ins Schwärmen. Ingolf Tschätsch / igt1

"Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt." Dieses traditionelle Bergmannslied, gespielt vom Spielmannszug Bad Muskau, bildet Punkt 15 Uhr den musikalischen Auftakt für die fünfte Weihnacht am und im Neuen Schloss der Parkstadt. Die Bläsergruppe der Kirchgemeinde Krauschwitz übernimmt an diesem Sonnabendnachmittag vor dem zweiten Advent sodann den Staffelstab von den Spielleuten. Die Blicke der Menschen sind hoch zum Schloss gerichtet, von wo die weihnachtlichen Klänge der Musiker hinunter dringen. Dort im Innenhof des erst in diesem Jahr fertiggestellten Schlosses ist zu dieser Stunde noch Platz. Doch das ändert sich schnell. Buchstäblich von Minute zu Minute strömen immer mehr Besucher herbei. Bald herrscht ein dichtes Gewimmel.

Am Stand des Fördervereins Fürst-Pückler-Park hat man tüchtig zu tun. Bratwurst und Glühwein gehen weg wie warme Semmeln. Im Nordflügel des Schlosses ist das Weihnachtscafé nahezu bis auf den letzten Platz besetzt. Die Frauen vom Freundeskreis Historica Bad Muskau müssen sich ordentlich ins Zeug legen, um mit dem Kaffeeausschenken und Kuchenverkauf hinterherzukommen. 26 selbst gebackene Kuchen haben sie bis dato schon aus der Küche nach vorn geholt, wie sie erzählen. Doch das wird nicht reichen, Nachschub ist erforderlich. Niemand habe mit solch einem Besucheransturm schon vor der offiziellen Eröffnung um 15 Uhr gerechnet, so die Historica-Vereinsmitglieder.

Die Astrid-Lindgren-Förderschule aus Weißwasser ist zum ersten Mal bei dieser Schlossweihnacht vertreten. Die beiden Lehrerinnen Gabi Sauer und Karin Neumann sowie Schulsekretärin Petra Neef, die Vorsitzende des Fördervereins, betreuen den Stand im Schloss-Innenhof. Kleine weihnachtliche Geschenke aus Ton wie Engel, Glocken und Teelichter bieten sie an. "Die Schüler ab der Mittelstufe - also die Zehn- bis Achtzehnjährigen - haben sie im Unterrichtsfach Werken unter fachkundiger Anleitung hergestellt. Dort beschäftigen wir uns speziell mit dem Werkstoff Ton", berichtet Karin Neumann. Doch die "Lindgren"-Frauen haben noch etwas anderes in petto, was so recht zur Kälte passt - Eierpunsch. Daniel Moosmann, der mit seiner Frau aus Krauschwitz zum Schloss gekommen ist, probiert ihn gerade - und ist begeistert.

Auch das Angebot an den anderen Ständen, beispielsweise der Weißwasseraner Powerfrauen und der Parkstiftung, wird ausgiebig getestet. Schlosspunsch und Kesselgulasch beispielsweise präsentieren die Herren des Historica-Freundeskreises, unter ihnen Hans Schmidt und Werner Holzhausen.

Der Männergesangverein 1845 Bad Muskau hat im Innenhof auf den Treppenstufen des Schlosseinganges Stellung bezogen, später der Gemischte Volkschor Eintracht. Drinnen im neuen Festsaal, der für die jüngsten Besucher reserviert ist, führt das Figurentheater Himmelblau das Stück "Die drei kleinen Schweinchen" auf. Die Kinder können dort auch basteln, bevor sie vom Weihnachtsmann Besuch bekommen.

Viele Besucher nutzen die Gelegenheit, sich die Räume im Schlossinneren anzusehen. Interessenten bleiben in der Bibliothek immer wieder vor den Neuerwerbungen stehen, die die Stiftung im Rahmen einer Kabinettausstellung zeigt. Die Weihnachtsbäume im Haupttreppenhaus haben die Mädchen und Jungen der Klasse 1a der Fürst-Pückler-Grundschule dekoriert.

In der inzwischen hereingebrochenen Dunkelheit erstrahlt das Schloss festlich erleuchtet. Eine imposante Kulisse, die Romantiker ins Schwärmen geraten lässt. Davon beeindruckt ist auch Klaus Budach mit seiner Frau. "Die Atmosphäre bei dieser Schlossweihnacht ist einmalig. Wir sind heute das dritte Mal dabei. Dabei hatten wir schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass wir einmal die Rekonstruktion des Schlosses erleben werden und wir jetzt im Innenhof stehen können", erklärt der Gablenzer.