Wenn es um Schleusungen geht, spielen Zuständigkeiten und Landesgrenzen nur eine untergeordnete Rolle. So ist Forster Bundespolizeikräften Samstagabend gegen 21 Uhr in Weißwasser ein vollbesetzter bulgarischer Kleintransporter aufgefallen. Der rumänische Fahrer (28) wies sich mit seiner gültigen rumänischen Identitätskarte und die acht moldauischen Staatsangehörigen (zwischen 33 und 20) mit ihren moldauischen Reisepässen aus. Befragt zu ihrem Reiseziel und Reisezweck, machten die Männer widersprüchliche Angaben. Offensichtlich sollte der Rumäne die Männer zur unerlaubten Erwerbstätigkeit nach Deutschland bringen, teilt Ivonne Höppner, Pressesprecherin der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf, mit. Ihre Dienststelle hat die Ermittlungen übernommen. Sowohl der Fahrer, bei dem es sich nach ersten Erkenntnissen um den Schleuser handelt, als auch die acht Fahrgäste wurden zur Dienststelle mitgenommen.

Gefälschte Arbeitsverträge entdeckt

Bereits Samstagvormittag geriet zunächst ein 47-jähriger Serbe in den Verdacht, sechs serbische Staatsangehörige sowie eine Mazedonierin mit seinem Kleintransporter in das Bundesgebiet gebracht zu haben. Der Verdächtigte wurde an der Anschlussstelle Kodersdorf der A 4 kontrolliert. Der Fahrer händigte für alle Insassen die Arbeitsverträge aus. Schnell stellte sich heraus, dass es sich um Fälschungen handelte. Bei dem Schleuser wurde zur Sicherung des Strafverfahrens eine Sicherheitsleistung von 400 Euro erhoben. Alle acht Personen wurden später nach Polen gebracht.