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Schleife
Radfahrerfreundliche Kirche im Visier

Schleife. Im November sieht der Gemeindekirchenrat Schleife eine Klausurtagung zum Thema vor Von Gabriela Nitsche

In Deutschland gibt es ungefähr 400 Kirchen, die den Titel Radwegekirchen tragen. Als erste sächsiche reihte sich Torgau im jahr 2003 ein, berichtete Stephanie Bierholdt, Tourismusbeauftragte der Gemeinde Schleife, gestern den Mitgliedern des Touri-Stammtisches. „Hier in der Gegend ist das noch nicht sehr weitverbreitet, sondern die Radwegekirchen sind noch weit gestreut“. Eine, die bereits seit längerer Zeit Erfahrungen sammelt, ist die Fahrradkirche Diehsa.

Die evangelische Kirchgemeinde Schleife hat sich das für ihr Gotteshaus jetzt ebenfalls auf die Fahne geschrieben. Doch noch steckt die Idee in Schleife in den Kinderschuhen. In den kommenden Wochen wollen Pfarrerin Jadwiga Mahling und Gemeindekirchenrat sich des Themas intensiver annehmen. Dazu ist zum Beispiel im November eine Klausurtagung vorgesehen, wusste Manfred Hermasch zu berichten. Er sei mit den Vorbereitungen jetzt vom Gemeindekirchenrat beauftragt worden.

Schleife würde sich geradezu bestens dafür eignen, führen doch gleich zwei bekannte Radwege hier entlang. Zum einen ist das der Froschradweg und zum anderen der Fürst-Pückler-Radweg. „Und wir haben eine sehr schöne Kirche in Schleife, da bietet sich das regelrecht an“, so Stephanie Bierholdt. Am Touri-Stammtisch nahm diese Information interessiert auf.

Gleichwohl kam die Frage aus, was denn das Gotteshaus leisten muss, um den Titel Radwegekirche tragen zu dürfen. Ein Signet, welches von der Evangelischen Kirche Deutschland seit 2009 verliehen wird. Grundsätzlich garantiert es, dass die Kirche an einem Radweg liegt. Außerdem muss sie verlässlich tagsüber zugänglich sein. Das auf alle Fälle in der Zeit, wo viele Radfahrer unterwegs sind: von Ostern bis zum Reformationstag. In einigen der Radwegekirchen wird das auch über diesen Zeitraum hinaus angeboten.

Laut Stephanie Bierholdt kommen evangelische und katholische Kirchen dafür infage. Für beide gelten einheitliche Standards. Das Gotteshaus immer offenzuhalten, funktioniert natürlich nicht ohne den ehrenamtlichen Einsatz der Gemeindeglieder. Aus diesem Grunde auch die „rauchenden“ Köpfe im November. Denn nur Tür aufschließen, würde den Anforderungen ebenfalls nicht entsprechen. Radfahrer, die im Gotteshaus Rast machen, sollen einen geeigneten Kirchenraum vorfinden dafür, es braucht Zugang zu Toiletten. Die Fahrradkirche Diehsa ist von Ende Mai bis Ende Oktober geöffnet als ein Ort der Stille, der Andacht und des Gebets, ist auf der einschlägigen Internetseite zu lesen.

Ein reichhaltiges Literaturangebot ist vorhanden. Gebetsanliegen können in ein Anliegenbuch geschrieben werden. Diese werden gesammelt und bei Gottesdiensten im Fürbittgebet eingeflochten. Vor der Kirche befindet sich ein Brunnen mit Trinkwasser. Sanitäreinrichtungen befinden sich Gasthaus nebenan. Ebenso erhält man dort Hilfe bei nötigen Kleinreparaturen an Fahrrädern.Abstellmöglichkeiten für die Räder samt Gepäck sollten ebenfalls bedacht werden. Nicht zu vergessen ist, dass sich an den Radwegen entsprechende Ausschilderungen auf die Radwegekirche befinden.

Ab wann das Schleifer Gotteshaus sich zu den besonders radfahrerfreundlichen zählen möchte, steht noch nicht fest.