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Musik und Brauchtum
Schleife – Mekka für Dudelsackspieler

Hanka Sarodnik ist Dudelsackspielerin im Sorbischen Folkloreensemble Schleife, das beim Folklorefestival im Juni natürlich dabei ist.
Hanka Sarodnik ist Dudelsackspielerin im Sorbischen Folkloreensemble Schleife, das beim Folklorefestival im Juni natürlich dabei ist. FOTO: Gabi Nitsche
Schleife. Vom 15. bis 18. Juni richtet Schleife das 8. Internationale Dudelsackfestival aus. Im Rhythmus von vier Jahren haben sich die Veranstalter das auf die Fahne geschrieben. Doch die Bedingungen für die Organisatoren sind schwieriger als 2014. Von Gabi Nitsche

Noch neun Wochen trennen die Schleifer als Gastgeber des nächsten Internationalen Dudelsackfestivals. Vom 15. bis zum 17. Juni treffen sich zahlreiche Musikanten, Sänger, Tänzer aus Deutschland, Spanien, Irland, Polen, Tschechien, Schweden und weiteren Ländern und wollen die Besucher mit traditioneller und moderner Musik, gespielt auf dem dem Jahrhunderte alten Instrument, erfreuen.

Diana Matiza vom Organisationsbüro, sie arbeitet im Büro der Stiftung für das sorbische Volk in Schleife,  kann noch gar nicht so recht dran glauben. Für die wenigen Wochen, die noch verbleiben,  sei der Berg Arbeit, den sie und ihre Mitstreiter, noch zu erklimmen haben, recht hoch. Irgendwie flutscht es nicht so wie vor acht Jahren, sagt sie nachdenklich. Die Umstände für die Vorbereitung haben sich wesentlich geändert. Damals stand fast die doppelte Zahl an Personal zur Verfügung, die sich in die Festival-Vorbereitung gestürzt hat, vergleicht Diana Matiza. „Wir sind jetzt vier, und wir haben alle auch noch unsere eigentliche Arbeit, die uns fordert“, gibt sie unumwunden zu. Ähnlich sei es mit dem Budget, auch hier geht es anno 2018 bedeutend sparsamer zu. Aber so langsam zeige sich Licht am Horizont. Vermutlich liegt das auch an den sommerlichen Frühlingstagen.

Eine besondere Herausforderung sei, dass auf die frühere Logistik nicht mehr zurückgegriffen werden kann, da ja der Pfarrgarten in Gänze nicht mehr zur Verfügung steht wie noch 2014. „Wir konzentrieren uns auf das Gelände rund um die Kirche. Das bedeutet eben auch, dass der gesamte Platz gedanklich neu strukturiert werden muss. Also wir überlegen, wo was hinkommt, welche Anschlüsse es braucht und, und, und.“ „Wir“, das sind neben Diana Matiza noch Ruheständler Wolfgang Kotissek, der viele Erfahrungen von früheren Festivals mitbringt, Tourismus- und SKC-Mitarbeiterin Stephanie Bierholdt und Schleifes Hauptamtsleiterin Marion Mudra.

Die große Bühne findet beim diesjährigen Dudelsackfestival ihren Platz zwischen Sorbischem Kulturzentrum und Kirche, die kleine Bühne soll im kleinen Pfarrgarten stehen wie auch in der Vergangenheit, und dort ist auch die Kinderbeschäftigung vorgesehen. Eine Herausforderung sieht Diana Matiza darin, dass das gesamte Festgelände am Ende eingezäunt werden muss. Denn ohne Eintrittsgelder lasse sich das Festival nicht stemmen, lautet ihre ehrliche Antwort. „Aber wir schaffen das, haben wir doch immer“, meint Diana Matiza lachend. Und die Vereine helfen ja genauso wie der Bauhof, weiß sie aus den Vorjahren. Auch der Handwerker- und Bauernmarkt nimmt immer mehr Formen an. Mit dabei sind im Juni überwiegend einheimische Anbieter. „Wir haben verschiedene Selbstständige gewonnen.“ Leicht sei auch das nicht gewesen, weil in einigen Firmen nicht ausreichende Personal zur Verfügung steht oder was anderes im Weg steht. „Und dann steht man da und guckt, überlegt, was nun. Aber das geht ja allen so, die große Veranstaltungen stemmen müssen.“

Angefangen mit der intensiven Planung der dreitägigen Veranstaltung, deren Vorgänger 2010 und 2014 jedes Mal riesigen Zuspruch fanden mit rund 5000 beziehungweise 3800 Besuchern, wurde im Herbst. Bis Anfang des Jahres sollten dann die Zusagen der Mitwirkenden vorliegen. „Und da sind echt schöne Sachen dabei.“ Die Cheforganisatorin zählt einige Beispiele auf: Happy German Bagpipers, Drjewjanki aus dem Spreewald, Historische Bauerntanzgruppe aus Biberach, Liesa Künzelmann aus Deutschland – sie war schon 2012 beim Kinder- und Jugendfestival in Schleife dabei. Oder Mick Loos, der auch kein Unbekannter mehr hier ist. Der Musiker aus Niedersachsen verstand es vor vier Jahren super, die Zuschauer und -hörer in die Geheimnisse seines irischen Dudelsacks einzuweihen. Dazu erzählte er lustige Episoden aus seinem Musikerdasein. Mit dabei sind aus Tschechien Lidova muzica chrastu und viele andere Musikanten. Nicht zu vergessen die Ortsansässigen wie Sorbisches Folkloreensemble und Kinder- und Jugendensemble. Ein besonderer Höhepunkt ist der Konzert mit Gunhild Carling und Band aus Schweden am Samstagabend (16. Juni). „Bei ihren Konzerten soll mächtig die Stimmung abgehen, erzählt man sich.“

Dank der Unterstützung von zahlreichen Vereinen und Einrichtungen aus allen Dörfern der Verwaltungsgemeinschaft Schleife sollte auch der Festumzug am Sonntag um 11 Uhr wieder ein Hingucker werden, ist Diana Matiza überzeugt. Unter dem Titel „Sorbische Bräuche im Jahresverlauf“ können sich die Besucher auf 30 verschiedene Bilder freuen.  Hexenbrennen, Ostereierverzieren, Maibaumstellen, nachgestaltete Sagen aus den hiesigen Dörfern ...

Diana Matiza ist überzeugt: „Richtige Freude kommt sicherlich dann auf, wenn alles läuft.“