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Schleife im Wettbewerb mit Berlin

Kinder der Kita Pfiffikus aus Schleife lassen ihre Wünsche für die neue Schule in die Lüfte steigen. Vorher hatten sie wie die Mädchen und Jungen der Kita Milenka aus Rohne mit Liedern unterhalten. Mehr Bilder unter www.lr-online/bilder.de.
Kinder der Kita Pfiffikus aus Schleife lassen ihre Wünsche für die neue Schule in die Lüfte steigen. Vorher hatten sie wie die Mädchen und Jungen der Kita Milenka aus Rohne mit Liedern unterhalten. Mehr Bilder unter www.lr-online/bilder.de. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Schleife. Die Gemeinde Schleife fordert die Bundeshauptstadt heraus. Bürgermeister Reinhard Bork (CDU) tritt mit dem Bau des deutsch-sorbischen Schulkomplexes nun in direkten Wettbewerb mit dem Hauptstadtflughafen BER. Regina Weiß

Diese Devise hat er am Donnerstag bei der Grundsteinlegung für den Schulbau verkündet. Mit einem Schmunzeln fügt der Gemeindechef allerdings hinzu: "Es geht um den Eröffnungstermin, nicht die Kosten!"

Im Herbst 2019 soll das Projekt in Schleife auf der Zielgeraden sein. Geht es nach Bork, dann sollen die Schüler ab dem Schulstart 2019/2020 von dem neuen Standort am Ortseingang des Dorfes profitieren, sagt er der RUNDSCHAU. Das wäre dann sogar schon Mitte August. Damit liegt er beispielsweise ganz auf der Wellenlänge von Grundschulleiterin Petra Rübesam: "Wir wünschen uns eine ganz schnelle Bauzeit."

Nach Erschließung und Baustelleneinrichtung sind mit der Grundsteinlegung nun die ersten Steine für die künftige Aula gemauert worden. Achtmal wurde die Maurerkelle von den Gästen geschwungen, um die Schatulle zu verschließen. "Sehr viele Steine mussten aus dem Weg geräumt werden, bevor wir heute den Grundstein legen können", erinnert Bork an die hürdenreiche Vorbereitung des Neubaus, der im Schleife-Vertrag von 2008 besiegelt wurde und der bis zum gestrigen Tage eine ganze Schülergeneration brauchte.

Frohen Mutes wurde 2009 der Architektenwettbewerb gestartet. Selbst 2011, als der Freistaat Sachsen verkündete, das Vorhaben zu fördern, ahnte keiner, wie lange es tatsächlich noch dauern und welche Nerven es kosten würde. 2015 stand im Zuge des Verkaufs der Braunkohlensparte das Projekt ganz auf der Kippe. Vielen Mitstreitern gerade auf der politischen Ebene sei es zu verdanken, dass es nicht wegrutschte. Am 6. Mai 2015 gab es dann bei einer gemeinsamen Ratssitzung in Trebendorf die erlösende Nachricht, dass der Komplex gebaut werden kann.

"Es ist ein längst überfälliger Neubau", so Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU). Die ganzen Jahre habe der Freistaat weiter zu seiner Förderung gestanden. 8,48 Millionen Euro steuert das Land bei. Den Großteil der Gesamtsumme von rund 24 Millionen Euro trägt aber das Unternehmen Leag bei. "Wir werden unseren vertraglichen Verpflichtungen gerecht. Eine solide natur- und geisteswissenschaftliche Ausbildung ist eine wichtige Ressource", so Thomas Penk, Leiter Rekultivierung und Umsiedlungsmanagement der Leag. Die langfristige Investition in die Zukunft sei ein Hoffnungszeichen, betonen Bundes- und Landespolitiker von CDU und SPD beim Festakt in Schleife. "Dieses Zeichen braucht die Region, denn die Verunsicherung ist da", so Landrat Bernd Lange (CDU).

Gebaut wird auf einer Fläche von acht Hektar. Es entstehen Grund- und Oberschule sowie eine Zweifeld-Turnhalle mit Tribüne sowie Sportanlagen im Freien. Der "identitätsstiftende Bau", so Bert Hoffmann, Geschäftsführer von Generalplaner Bauconzept, habe gelbe Klinker und werde zweigeschossig errichtet. Neben den Räumen für den Unterricht gebe es Platz für Ganztagsangebote, zum Beispiel eine Bibliothek. 10 000 Quadratmeter umfasse die Nutzfläche für die Schule, 1200 Quadratmeter die Turnhalle.

Auch wenn die künftigen Nutzer in die Planungen mit einbezogen wurden, muss Bork relativieren: "Nicht alle Wünsche können wir erfüllen. Wir müssen die Betriebskosten im Blick behalten." Schließlich will und muss die Gemeinde die neue Schule lange unterhalten können.