| 02:46 Uhr

Schleife braucht drei Millionen

Schleife. Der TÜV Rheinland kennt sich nicht nur mit Hauptuntersuchungen an Fahrzeugen aus, sondern ist auch im Breitbandbereich unterwegs. Das versicherte Fridhjof Reimers Dienstagabend den Schleifer Gemeinderäten. Gabi Nitsche

Er berät die Kommune zum Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau. Seit 2015 habe der TÜV über 100 Förderanträge von Städten und Gemeinden erfolgreich begleitet. Dass das auch im Fall von Schleife klappt, davon ist der Berater überzeugt, sagte Reimers und präsentierte seine Machbarkeitsstudie. Das machte er so überzeugend, dass der Rat einstimmig beschloss, Fördermittel für den Ausbau eines FTTB-Netzes zu beantragen. Bei dieser Variante werden die Glasfaserkabel bis ins Haus verlegt. Um das zu realisieren, muss eine Wirtschaftlichkeitslücke von über drei Millionen Euro gefüllt werden, rechnete Reimers vor und nannte die Details der Kostenschätzung. Wenn alles gut läuft, würde Schleife vom Bund 1,5 Millionen und vom Land 1,22 Millionen Euro erhalten. An der Kommune bleiben etwas mehr als 305 000 Euro hängen. Denn: "Zehn Prozent muss jede Kommune tragen. Daran führt kein Weg vorbei", so Reimers.

Für die Machbarkeitsstudie sammelte er umfangreiche Daten. Wer 30 Mb/s schnelles Internet zur Verfügung hat, gilt als versorgt und fällt bei der Förderung raus. Aber: "43,2 Prozent der untersuchten Adresspunkte haben diese Bandbreite nicht." Über 60 Prozent sind sogar unterversorgt, so Reimers.

Antwort brauchte es auch auf die Frage, welche Infrastruktur für den Netzausbau bereits vorhanden und genutzt werden kann, was neu gebaut werden muss, um das Ziel zu erreichen: schnelles Internet für 671 Anschlüsse (666 Haushalte).

Außerdem sind im Rahmen einer Markterkundung Telekommunikationsunternehmen angefragt worden, wie deren interne Pläne für den Breitbandausbau in der Region aussehen. Eins davon, den Namen durfte Reimers aus Datenschutzgründen nicht nennen, habe das für die nächsten drei Jahre vor. Auch diese Auskunft sei berücksichtigt worden.

Wie geht es jetzt weiter? Bis Ende September muss der Förderantrag beim Bund gestellt sein. Nach bisherigen Erfahrungen könnte der Zuwendungsbescheid, so Reimers, bis März vorliegen. Dann kann Schleife die Gelder beim Freistaat beantragen. Folgt darauf grünes Licht, schließt sich das Vergabeverfahren für den Netzausbau an. Der Berater sieht eine Inbetriebnahme nicht vor 2019.