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| 11:34 Uhr

Update: Bundespolizei
Schlag gegen Schleuser

Bundespolizisten sind am 31. Januar in den frühen Morgenstunden in vier Bundesländern gegen die Organisatoren von gefährlichen Lkw-Schleusungen vorgegangen. Dabei wurden drei Personen verhaftet.
Bundespolizisten sind am 31. Januar in den frühen Morgenstunden in vier Bundesländern gegen die Organisatoren von gefährlichen Lkw-Schleusungen vorgegangen. Dabei wurden drei Personen verhaftet. FOTO: Bundespolizei
Berlin/Bad Muskau. Mit mehr als 200 Beamten ist die Bundespolizei am Mittwoch in vier Bundesländern gegen die Organisatoren von gefährlichen Lkw-Schleusungen vorgegangen.

Dabei vollstreckten die Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft Görlitz drei Haftbefehle in Deutschland. Neben den Verhaftungen durchsuchten die Bundespolizisten sieben Wohnungen  und Geschäftsräume in Bremen, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, informiert die Bundespolizeidirektion Pirna. Auch umfangreiches Beweismaterial sei bei diesem zielgerichteten Schlag sichergestellt worden.

Die Bundespolizei-Inspektion Kriminalitätsbekämpfung Halle führt gemeinsam mit der Bundespolizei-Inspektion Ludwigsdorf seit August 2017 ein Ermittlungsverfahren wegen gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern. Im Zuge dieses Verfahrens ist es gelungen, ein Schleusernetzwerk zu ermitteln.

Drei Schleuser sind durch Bundespolizisten festgenommen worden.
Drei Schleuser sind durch Bundespolizisten festgenommen worden. FOTO: Fotolia

Den drei am Mittwoch festgenommenen Beschuldigten türkischer (44), polnischer (37) und bulgarischer (53) Nationalität wird vorgeworfen, gemeinsam mit weiteren Tatverdächtigen, mehrfach im Sommer und Herbst 2017 Migranten zumeist unter Nutzung von Lastwagen in das Bundesgebiet eingeschleust zu haben.

„Die Schleuser versteckten unter bewusster Inkaufnahme von Gefahren für deren Leib und Leben die unerlaubt einreisenden Migranten auf den Ladeflächen und teilweise hinter Waren und Paletten. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass auf diesem Wege mindestens 160 Migranten nach Deutschland eingeschleust wurden“, informiert ein Sprecher der Bundespolizei. Die Täter schleusten die Menschen zumeist über die Balkanroute und dann über Polen sowie Tschechien nach Mitteldeutschland. Sie verlangten für ihre Dienste in der Regel 8000 Euro je Migrant. Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten pro Tat Freiheitsstrafen von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Eine Schleusung nach Deutschland konnte im November 2017 durch internationalen Erkenntnisaustausch mit den slowakischen Polizeibehörden vereitelt werden. In diesem Fall endete die hoch brisante Fahrt mit zwei Lastwagen für die zwei Schleuser und 79 Geschleusten bereits auf dem Gebiet der Slowakischen Republik. Die beiden türkischen Fahrer befinden sich derzeit dort auch in Untersuchungshaft. Bei den Geschleusten handelte es sich um Personen iranischer oder irakischer Nationalität. Unter ihnen befanden sich auch 32 Kinder unter sieben Jahren sowie zwei Säuglinge im Alter von drei und vier Monaten. „Eine Weiterfahrt hätte vermutlich fatale Auswirkungen Leben der Männer, Frauen und Kinder innerhalb des Lastwagens gehabt“, betont die Bundespolizei. Einschleusungen unter Zuhilfenahme von Lastkraftwagen – Behältnisschleusungen genannt – stellen für die Geschleusten eine erhebliche Gefährdung dar. Unvergessen bleiben in diesem Zusammenhang die schlimmen Bilder aus dem August 2015, als ein Kühllastwagen mit 71 Leichen auf der österreichischen Autobahn A4 nahe der Ortschaft Parndorf aufgefunden wurde.

Der Präsident der Bundespolizeidirektion Pirna, Jörg Baumbach, sagte zum jetzigen erfolgreichen Einsatz: „Am 17. Januar 2018 haben wir erfolgreich ein polnisch-syrisches Schleusernetzwerk ermittelt. Heute gelang uns nur zwei Wochen später der zweite Schlag gegen die Schleusungskriminalität. Die Ermittlungen in diesem Verfahren zeigen einmal mehr, dass es den skrupellosen Schleusern nur um Profit geht. Das Wohlergehen der Personen, die sich ihnen für viel Geld anvertrauen, ist ihnen egal. Gefahren für Leib und Leben, Verletzungen und Tod haben auch diese Täter billigend in Kauf genommen.“

(dpa/fh)