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Schießerei und Hammerattacke in Weißwasser

Polizei und Rettungskräfte sind am Freitagnachmittag in Weißwasser zu einem Großeinsatz ausgerückt.
Polizei und Rettungskräfte sind am Freitagnachmittag in Weißwasser zu einem Großeinsatz ausgerückt. FOTO: Christian Köhler
Update Weißwasser. Mit einem unvermittelt abgegebenen Schuss ins Gesicht hatte am Freitag eine Auseinandersetzung zwischen einem 43-Jährigen und 41-Jährigen in Weißwasser begonnen. Beide kannten sich laut Polizei ursprünglich aus der russischen Föderation. Die Ermittlungen dauern an. Christian Köhler

Kurz nach 16 Uhr betritt laut Polizeisprecher Thomas Knaup ein 43-Jähriger ein Geschäft an der Bahnhofstraße in Weißwasser. Unvermittelt habe er dem Inhaber mit einer Gasdruckpistole aus kurzer Entfernung ins Gesicht geschossen. Dieser erlitt leichte Verletzungen, blieb aber handlungsfähig.

Was sich dann abspielt, grenzt an einen amerikanischen Film, wie es einer der Passanten kopfschüttelnd erzählt hat. Mehrere Einwohner sind stehen geblieben, andere haben aus dem Fenster die Szenerie beobachtet oder haben nach RUNDSCHAU-Informationen über die Webcam der Stadt-Internetseite das Geschehen live verfolgt.

Auf der Kreuzung vor der Weißwasseraner Bahnhofsbrücke habe der Schütze dann plötzlich wild um sich geschossen. Ein vorbeifahrender Linienbus wurde dabei nach derzeitigem Ermittlungsstand mindestens zweimal getroffen. Der 55-jährige Busfahrer hält geistesgegenwärtig an. "Es ist zum Glück dabei niemand im Bus verletzt worden", erzählt Thomas Knaup.

Der angeschossene Ladenbesitzer soll unterdessen dem Schützen weiter auf den Fersen geblieben sein. Über die Bahnhofsbrücke verfolgt er den Mann in Richtung ehemalige Glasfachschule - an einem Spielzeugwarengeschäft vorbei bis zu einem Juwelierladen. Dort soll der verletzte Ladenbesitzer schließlich den Schützen eingeholt und mit einem Hammer niedergeschlagen haben. "Der 43-Jährige erlitt dabei schwere Kopfverletzungen", berichtet der Polizeisprecher. Inzwischen haben Anwohner die Polizei verständigt. Sie hatten die Schüsse gehört.

Die Polizei kommt mit einem Großaufgebot. Beamte nehmen den Ladenbesitzer, der den Schützen k.o. schlug, zunächst in Gewahrsam. Rettungskräfte vom DRK treffen ein und versorgen den schwerverletzten Schützen, der auf dem Bürgersteig liegt. Die Polizei verschafft sich einen Überblick - ein Sondereinsatzkommando riegelt die Bautzener/Muskauer Straße ab. Für mehr als zwei Stunden bleibt der Abschnitt komplett gesperrt.

Der Schütze ist derart verletzt, dass ein Rettungshelikopter gerufen wird. Mehrere Ärzte versorgen die Verletzten. Unter Polizeischutz wird schließlich der Schütze über die Straße zum Hubschrauber gebracht. Der Ladenbesitzer bleibt in Polizeigewahrsam. "Wir wissen, dass sich beide Männer kennen", erklärt Thomas Knaup gegenüber der RUNDSCHAU. Was zu der Auseinandersetzung führte, ist bislang völlig unklar. Kriminaltechniker sichern am Freitag bis in den frühen Abend Spuren, befragten Passanten und Zeugen.

"Nach ersten Erkenntnissen kannten sich die beiden ursprünglich aus der russischen Föderation stammenden Männer. Die heutige Auseinandersetzung hatte offenbar eine Vorgeschichte. Die Untersuchungen der Kriminalpolizei dauern an", teilte Thomas Knaup am späten Abend mit. Er hatte sich an diesem Tag selbst am Tatort in Weißwasser einen Überblick verschafft.