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| 01:04 Uhr

Schicksalsspiel der Chemiker in Bautzen

Heute beenden wir die Erinnerungen an die DDR-Liga-Fußballer des Jahrganges 1954/55 aus Weißwasser. Günter Jainsch hat sie aufgeschrieben. Spannung gab es vor dem bevorstehenden Abstiegsduell in Bautzen, denn nur dem Sieger winkte der Klassenerhalt. (Ende)

Da dem Wiedereinsatz von Stürmer Schischefski nichts im Wege stand und Torhüter Bühring von Halle-Leuna erstmals zum Einsatz kam, herrschte im Chemielager Optimismus.
Auf der Bautzener Müllerwiese waren 9000 Zuschauer zugegen, darunter viele Chemieanhänger aus Weißwasser und Umgebung. Chemie spielte in folgender Aufstellung: Bühring, Nickel, Heilemann, A. Mathe, Jainsch, Balko, Rogenz, W. Mathe, Schischefski, Hausdörfer, Marusch.
Die Grün-Weißen hatten einen guten Start und führten bereits nach 28 Minuten mit 2:0. Bis zur Halbzeit war für den Gast alles im Lot. Doch dann kam das Unheil. Hervorgerufen durch das in der zweiten Halbzeit einsetzende Unwetter sowie der druckvollen Angriffe der Bautzener musste Chemie schließlich Tribut zollen. Auch die Nerven spielten mit, so schaffte Bautzen nach einer Stunde den Ausgleich. Die Weinroten ließen nicht locker und entledigten sich mit drei weiteren Treffern aller Abstiegssorgen. Der 5:2-Endstand bedeutete für den Gastgeber den Klassenerhalt, während Weißwasser den Weg in die Bezirksliga nahm. Allein zu Hause gingen sieben Spiele unentschieden aus, und nur ganze drei Pünktchen wurden auswärts erspielt. Das war einfach zu wenig.
Die Entscheidung über den zweiten Absteiger vertagte sich auf eine Woche spätere. Es standen nämlich noch zwei Restspiele offen. So konnte sich noch Leipzig NO mit dem 1:1 in Stalinstadt in allerletzter Sekunde retten. Es erwischte dann die Plauener, bei denen noch ein laufender Protest abgewiesen wurde.Übrigens verzeichnete Torwart Melchior nach seinem Wechsel drei Einsätze beim SC Halle-Leuna. Der Oberligaklub musste aber auch absteigen und nahm nach der Übergangsrunde (1955) in der Saison 1956 neuen Anlauf in der ersten Liga.
Statistik Von 26 Spielen des Spieljahres 1954/55 gewann Weißwasser fünf, spielte achtmal unentschieden, kassierte 13 Niederlagen - 34:59 Tore und 18:34 Punkte. Insgesamt wurden 23 Aktive eingesetzt, von denen Balko und Nickel in allen 26 Partien dabei waren. Je einmal fehlten Marusch und Greiner. Auf 24 Einsätze brachten es Tyra und Melchior. Als Torschützenbester kam Marusch mit acht, gefolgt von Hausdörfer mit vier sowie Kirschner mit drei Toren ein.