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| 14:18 Uhr

Gastronomie
Scheune und Forsthaus wieder vereint

Iris und Annett Jagiela vor dem Forsthaus in Rietschen. Das Gasthaus hat die Familie neu gepachtet.
Iris und Annett Jagiela vor dem Forsthaus in Rietschen. Das Gasthaus hat die Familie neu gepachtet. FOTO: Regina Weiß
Rietschen. Iris Jagiela wird bei ihrer Geschäfts-Erweiterung auf dem Erlichthof Rietschen auch von ihrer Tochter unterstützt. Von Regina Weiß

Annett Jagiela kommt jetzt noch ins Schwärmen, wenn sie an den Grünkohlsalat denkt. Dass man das Gemüse auch lecker als Rohkostvariante zubereiten kann, war ihr bis dahin noch gar nicht so bewusst geworden. Könnte also durchaus sein, dass sich der Salat auf der Speisekarte des Scheunencafés und/oder im Forsthaus wiederfinden wird.

Für beide trägt Mutter Iris Jagiela nämlich nun die Verantwortung. Nach der Geschäftsaufgabe des Forsthauses durch Familie Szonn hat die 58-jährige Trebuserin, die ihre eigene Existenzgründung im Februar 2006 im Scheunencafé auf dem Erlichthof startete, sozusagen zugegriffen. Sie führt damit den Dreiseitenhof in der Erlichthofsiedlung in Rietschen wieder zusammen. Forsthaus, Kaschel-Scheune und Scheunencafé sind nun wieder in einer Hand. Während der Saison­eröffnung am Wochenende wird Einweihung gefeiert. Ziel ist es, dass sich die Häuser im Angebot ergänzen.

Seit im Oktober der Gemeinderat den Zuschlag für die Neuverpachtung gegeben hat, ist viel passiert. Denn nicht nur das Gasthaus wechselt den Pächter, sondern die Ferienhäuser Viereichen und Hammerstadt ebenso. Damit trägt Iris Jagiela jetzt nicht nur Verantwortung für zwei gastronomische Einrichtungen, sondern auch für zwei Ferienhäuser, drei Ferienwohnungen, sechs Doppel- und ein Einzelzimmer.

Klar, dass da auch die Mannschaft mitwachsen musste. Sechs Köche, sechs Kellner, drei Aushilfskräfte und vier Putzfrauen gehören zum Team. „Es muss alles flutschen“, sagt Iris Jagiela mit einem gewinnenden Lächeln. Dafür hat sie nun eine Unterstützung an die Seite, mit der sie anfangs gar nicht rechnen konnte. Tochter Annett, die 1996 von Trebus nach Berlin ging und zuletzt als Mitarbeiterin bei einem Bundestagsabgeordneten der Grünen gearbeitet hat, hatte im vergangenen Herbst beschlossen, sich eine Auszeit zu nehmen. Bei ihrem neuen Job kommen der 40-Jährigen nun ihre beruflichen Erfahrungen zugute, erklärt sie der RUNDSCHAU. Nicht nur neue Projekt zu entwickeln, zu netzwerken, sei ihre Stärke, sondern auch der Blick von außen auf den Erlichthof. Die Schönheit und Nähe zur Natur, Ruhe, Erholung biete dieser. Also ein Dorado für gestresste Großstädter. „Hier kann man die Tür des Ferienhauses aufmachen und die Kinder draußen spielen lassen“, nennt sie nur ein Beispiel, an dem sie das festmacht. Hinzu kommen die Angebote der Oberlausitz, die es von Rietschen aus zu entdecken gilt.

Ihre Mutter unter anderem beim Marketing zu unterstützen, bedeutet auch, ihr ein bisschen mehr Freiräume zu verschaffen. „Ein guter Chef macht sich entbehrlich“, sagt Annett Jagiela. Iris Jagiela nickt. Sie will es versuchen. Denn die vergangenen Jahre hat sie viel gepowert. Es ist ihr nicht schwergefallen. Zum einen hat ihr Mann Gottfried ihr zu Hause den Rücken freigehalten, zum anderen geht sie in ihrer Arbeit auf. „Weil es Spaß macht, weil die Gäste zufrieden sind“, ist ihre Devise und weil es auch im Team gut laufe. Klar scheppern in der Küche manchmal nicht nur die Topfdeckel. Aber ein freundlicher Umgangston und offen miteinander reden, lassen den Dampf dann wieder verziehen.

Aber zurück zum Salat: Der war Teil eines Testessens, das Jagielas kürzlich durchgeführt haben. Über 30 verschiedene Suppen, Fleisch- und Fischgerichte sowie vegane Speisen und Desserts standen letztlich auf den Tischen und durften von Testessern verspeist werden. Die Ergebnisse wird man künftig kosten können. Wenn schon frischer Wind, dann richtig. Wobei nun kein Stammgast Angst haben muss, dass er im Café sein geliebtes Bauernfrühstück nicht mehr bekommt. Besonderes und Bodenständiges, Neues, Regionales – das soll sich ab sofort in beiden Gasthäusern wiederfinden.

Zudem wurde in den Ferienhäusern renoviert, sie wurden neu eingerichtet. Die Räum im Forsthaus präsentieren sich nun moderner und schicker möbliert. Auch eine Kinderecke wird es dort nun geben. Wie alles aussieht, kann man an diesem Wochenende das erste Mal in Augenschein nehmen.