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Scheibe See: Eine Arbeitsgruppe soll's richten

Am Burger Ufer des Scheibe Sees: Der Gemeinde Spreetal schwebt ein Ferienpark mit Hafen vor.
Am Burger Ufer des Scheibe Sees: Der Gemeinde Spreetal schwebt ein Ferienpark mit Hafen vor. FOTO: ang
Burgneudorf. Seit rund zwei Jahren reden die drei Anrainerkommunen Hoyerswerda, Lohsa und Spreetal über die Entwicklung des Scheibe Sees. Aber es passiert nicht wirklich etwas. Eine Arbeitsgruppe soll bis Jahresende einen Plan vorlegen. Anja Guhlan

Die Gemeinde Spreetal ist seit Jahren bemüht, den Scheibe See zu entwickeln. "Seit fast zwei Jahren rede ich auf die beiden anderen Anrainer ein, damit wir endlichgemeinsam an einem Strang ziehen, was die Entwicklung des Scheibe Sees angeht", sagt Spreetals Bürgermeister Manfred Heine hörbar unzufrieden. Mitte Januar gab es ein Treffen der Bürgermeister, an dem neben Manfred Heine (Spreetal), Udo Witschas (Lohsa) und Stefan Skora (Hoyerswerda) auch Manfred Kolba teilnahm. Kolba ist Leiter des Sanierungsbereiches Lausitz bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Das Ergebnis: Es wird eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet. Die Bauamtsleiter Dietmar Wolf (Hoyerswerda) und Frank Fichtner (Spreetal) sowie von der Lohsaer Verwaltung Wolfgang Tietze sollen Platz und Stimme haben.

Manfred Heine wünscht sich auch ortskundige Bürger am Tisch, denen die Entwicklung des Scheibe Sees am Herzen liegt und die sich bereits seit Jahren mit dem See beschäftigen.

In Zusammenarbeit mit der LMBV soll ein Masterplan entwickelt werden, der bis Jahresende Entwicklungsziele definiert, damit in allen drei Anrainer-Gremien die entsprechend notwendigen Beschlüsse gefasst werden können.

Und zwar aufeinander abgestimmt, damit eine gemeinsame Strategie verfolgt wird. Bauamtsleiter Dietmar Wolf hat erst jüngst im Stadtrat verkündet, dass die Straße zum Scheibe See Mitte des Jahres fertig sein soll. Das würde die Erreichbarkeit des Sees aus Richtung Hoyerswerda erleichtern. Ansonsten hat jede Anrainerkommune schon ihre Vorstellungen:

Hoyerswerda: Am Westufer des Sees sollen neben einem Badestrand auch Ansiedlungen von Gastronomie ermöglicht werden sowie Angebote für Skater, Radler und Reiter entstehen.

Spreetal: Die Gemeinde kann sich vorstellen, am Nordufer des Sees bei dem Spreetaler Ortsteil Burg einen Ferienpark mit Hafen zu errichten. Des Weiteren soll das Wohnen am See möglich sein.

Lohsa: Bisher sind nordwestlich von Riegel und nördlich von Tiegling Gebiete für "naturnahe" Erholung mit Badeplätzen vorgesehen. Auch über eine gewerbliche, grüne Struktur wurde nachgedacht.

Mit der Bildung einer Arbeitsgruppe und dem Entwickeln eines Masterplans für den Scheibe See scheinen jetzt alle Anrainer zunächst zufrieden zu sein.

Mit diesen ersten Schritten werden laut Heine nämlich Grundlagen geschaffen, um Investoren mit ihren Geschäftsideen in die Lausitzer Region zu holen und das Leben im Lausitzer Seenland aufzuwerten.

Zum Thema:
Noch kann der Scheibe See, der seinen Namen von dem abgebaggerten Dorf Scheibe bekam, nicht zum Baden genutzt werden. Der rund sieben Quadratkilometer große See mit einer Wassertiefe von maximal 48 Metern ist zwar bereits seit dem Jahr 2012 vollständig gefüllt, aber der Bergbausanierer hatte erklärt, die entsprechenden Unterlagen für eine Freigabe bis Ende 2013 einzureichen. Laut den Informationen der RUNDSCHAU wird der Vorgang derzeit noch bearbeitet. Das saure Wasser im See, dessen pH-Wert durch regelmäßige Zugabe von Branntkalk auf etwa den pH-Wert acht gehoben werden soll, wird in regelmäßigen Schritten neutralisiert.