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| 12:47 Uhr

Einweihung
Der Maßmannplatz ist aufgehübscht

Der neu gestaltete Maßmannplatz ist am Feiertag seiner Bestimmung übergeben worden. Nach Ansicht der Stadtverwaltung gibt es nun einen städtebaulichen Missstand weniger. Foto: Regina Weiß
Der neu gestaltete Maßmannplatz ist am Feiertag seiner Bestimmung übergeben worden. Nach Ansicht der Stadtverwaltung gibt es nun einen städtebaulichen Missstand weniger. Foto: Regina Weiß FOTO: Regina Weiß / LR
Bad Muskau. Die Parkstadt ist nun um einen Schandfleck ärmer. Das Fördergeld für das Grufthaus auf dem alten Friedhof in Bad Muskau kommt. Von Regina Weiß

Wer sich neben das Grab von Ferdinand Maßmann auf dem Hügel vor der Jakobskirche stellt, hat den besten Überblick über den Platz, der den Namen des Verstorbenen trägt. 50 Jahre ist es her, dass er als Namensgeber gewählt wurde.

Der Philologe und Germanist stand an der Seite von Turnvater Jahn und gehörte zu den Teilnehmern des Wartburgfestes vor 200 Jahren. In Muskau hatte er 1873 bis 1874 gelebt und war dort verstorben.

Mit „seinem“ Platz war es allerdings nicht weit her. Mehrfach geflickt und mit einer unübersichtlichen Verkehrsführung gehörte der zu den städtebaulichen Missständen in der Parkstadt. Doch dies ist seit dem Feiertag vorbei. An diesem Tag erfolgte die offizielle Freigabe des Platzes. In einer zehnwöchigen Bauzeit änderte der total sein Gesicht. „Alles konnte so umgesetzt werden, wie es der Plan vorsah“, so Rainhard Hanko vom Ingenieurbüro für Tief- und Landschaftsbau Weißkeißel GmbH (ITL).

Dazu gehörte die Anbindung an die Kreisstraße, die durchgängige Führung des Gehwegs, die ordentliche Anbindung an den Uferweg und die Schaffung von sieben Parkplätzen zu Füßen der Jakobskirche. Die Stellflächen sind übrigens mit dem historischen Pflaster versehen worden, das bei der Baumaßnahme, die die Sagarer Firma Straßen- und Pflasterbau Noack ausführte, geborgen wurde. Galabau Döbern sorgte für die entsprechende Bepflanzung. Diese erfolgte in Abstimmung mit der Parkstiftung. „Der Amberbaum wird einmal einen tollen Kontrast zur Eiche und Douglasie an der Kirche bilden“, so Jürgen Schönwälder. Dass deshalb, weil die Amber eine schöne Herbstfärbung hervorbringt. Säulen-Eichen und Sträucher vervollständigen das Grün, wobei natürlich auch Hortensien nicht fehlen dürfen. Zudem wurden Frühlingszwiebeln schon ins Erdreich gesteckt. Durchblühend ist das Schlagwort für diese Flächen. Wie das aussehen kann, konnten die Muskauer in diesem Jahr am neuen grünen Band entlang der Görlitzer Straße erleben.

Apropos Band. Gleich zwei davon wurden am Dienstag an der neuen Kirchtreppe entlang des Grufthauses auf dem alten Friedhof durchgeschnitten. Und auch die Sanierung des altehrwürdigen Gebäudes lässt nun nicht mehr lange auf sich warten. Mündlich ist der Kirchgemeinde bereits mitgeteilt worden, dass ihr Antrag auf Leader-Förderung von Erfolg gekrönt war. „Ich denke, wir werden in diesem Jahr noch anfangen“, so Frank Dutsch vom Gemeindekirchenrat. Künftig soll den Besuchern immer ein Blick ins Innere des Grabhauses möglich sein. Schon jetzt ist das Interesse groß, zeigte sich auch am Feiertag. Den hatte die Evangelische Kirchgemeinde Bad Muskau eingeläutet. 500 Jahre Reformation und 70 Jahre Kirchweihe sorgten für ein volles Gotteshaus. „Die Besucher saßen bis auf die Empore“, so Pfarrerin Miriam Arndt.

Sitzen kann man jetzt auch auf dem Maßmannplatz. Drei Bänke wurden dort aufgestellt. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der Stadtverwaltung sind die vier Verkehrsschilder auf dem kleinen Platz. Doch seien sie nach den Erfordernissen der Straßenverkehrsordnung aufgestellt worden, versicherte Christian Klenner, erster Stellvertreter des Bürgermeisters. Man habe die Hoffnung, dass die wachsenden Bäume die Schilder etwas in den Hintergrund drängen werden. Hoffnung habe man übrigens auch, was die angrenzende Brauerei betrifft. „Wir sehen das hier als Auftakt für die Herstellung des Gesamtensembles“, so Christian Klenner. Rund 150 000 Euro hat die Baumaßnahme Maßmannplatz gekostet. In dieses flossen Ausgleichszahlungen privater Grundstücksbesitzer aus dem Stadtsanierungsgebiet ein.