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Sanierung der Görlitzer Jakobuskirche ist beendet

Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich die Jakobuskirche nach Abschluss der dreijährigen Sanierung. Deutlich zu sehen sind zwei der Ecktürmchen, die nach historischem Vorbild am Hauptturm entstanden.
Wie aus dem Ei gepellt präsentiert sich die Jakobuskirche nach Abschluss der dreijährigen Sanierung. Deutlich zu sehen sind zwei der Ecktürmchen, die nach historischem Vorbild am Hauptturm entstanden. FOTO: ume1
Görlitz. Die mehrjährige Sanierung der Görlitzer Jakobuskirche ist abgeschlossen. Am 8. Mai will das katholische Bistum Görlitz mit einem Dankgottesdienst die bauliche Erneuerung seiner Kathedrale feiern. Uwe Menschner / ume1

"Die äußere Instandsetzung und Sanierung der Kathedrale St. Jakobus war notwendig geworden, weil Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und Umweltschäden aus der DDR-Zeit dies erforderten." So steht es in einem von Domprobst Hubertus Zomack, dem Baubeauftragten des Bistums Thomas Backhaus und der Architektin Doris Kohla unterzeichneten Dokuments. Dieses befindet sich seit dem 4. Dezember 2014 in der Turmkugel des weithin sichtbaren, aus rotem Backstein errichteten Gotteshauses in unmittelbarer Nähe des Görlitzer Bahnhofs. An diesem Tag wurde die zu Beginn der Sanierung im März 2013 abgenommene Kugel wieder auf den Turm gesetzt - ein wichtiger Zwischenschritt, aber bei Weitem noch nicht das Ende der Arbeiten.

Das Bauprojekt umfasste die Sanierung der gesamten äußeren Hülle einschließlich von Dach und Fenstern. Insbesondere das Dach bietet jetzt einen für jüngere zeitgenössische Betrachter ungewohnten Anblick: "Während der Sanierung wurden die statisch notwendigen und stadtbildprägenden Zwerchhäuser des Hauptdaches, die infolge von Kriegsschäden beseitigt worden waren, wieder hergestellt. Die vier Ecktürme, die bis zum Kriegsende den 68 Meter hohen Turm flankierten, wurden anhand von Fotomaterial rekonstruiert", so Hubertus Zomack. Die Klinkerfassade, insbesondere an den Pfeilern, wurde grundhaft saniert, teilweise neu aufgemauert und mit glasierten Abdecksteinen versehen. An den Kosten in Höhe von circa 3,3 Millionen Euro beteiligten sich Bund, Land, die Stadt Görlitz, das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken und zahlreiche Einzelspender.

Mit im Boot befand sich auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die 125 000 Euro für die umweltgerechte Sanierung der Pfeiler zur Verfügung stellte. Insbesondere die Nähe mehrerer Braunkohlekraftwerke hatte dem unterhalb der Klinkerschicht liegenden Gemäuer im Laufe der Jahrzehnte stark zugesetzt, die hervorstehenden Pfeiler waren davon besonders betroffen. Als eines von wenigen Görlitzer Gebäuden hatte die Jakobuskirche im Mai 1945 auch unter Artillerie- und Tieffliegerbeschuss gelitten und entsprechende Schäden davon getragen.

Die Görlitzer Jakobuskirche gilt als typisches Beispiel für einen neogotischen Kirchenbau aus dem späten 19. Jahrhundert, sie wurde 1898 als dreischiffige Hallenkirche errichtet. 1994 wurde sie im Zuge der Gründung des Bistums Görlitz zur Kathedrale, also dem Bischofssitz, erhoben. Das Bistum Görlitz umfasst eine Fläche von 9700 Quadratkilometern und reicht im Norden bis vor die Tore Berlins. Mit circa 30 000 Gläubigen ist es das mit Abstand kleinste katholische Bistum Deutschlands.