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| 02:50 Uhr

Sächsischer "Gnubbel" für alle Fälle

Sören Flint (l.) und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf philosophieren über die Anwendungsmöglichkeiten des "Haltefix".
Sören Flint (l.) und Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf philosophieren über die Anwendungsmöglichkeiten des "Haltefix". FOTO: Christian Köhler
Weißwasser. Aus einer Idee ist nun Realität geworden: Sören Flint aus Weißwasser hält seine Erfindung in den Händen, von der nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren sollen. Eine multifunktionale Halterung aus Gummi soll den Alltag Vieler erleichtern. Christian Köhler

Ganz am Anfang hatte sich Sören Flint eigentlich nur über etwas geärgert, was jeder kennt: "Wenn man einen Löffel aus dem Honigglas nimmt, weiß man nie, wo man ihn hintun soll", erklärt er. Genau für diesen Fall wollte der Weißwasseraner Unternehmer und Hobbyimker schon 2012 eine Lösung erfinden.

Aus der Halterung für einen klebrigen Honiglöffel ist jedoch schnell viel mehr geworden: So soll der aus Vollgummi bestehende "Haltefix" von Sören Flint eine Allzweckwaffe sein, um mit Leichtigkeit zahlreiche Gegenstände kinderleicht überall zu befestigen. Gehhilfen, die in Gaststätten oft im Weg stehen, fehlende Handtuchhalter in Hotels oder mangelnde Halterungen von Campingutensilien im Freizeitbereich sollen damit der Vergangenheit angehören. "Ich habe mich mit Freunden darangemacht, erste Modelle am Computer zu entwickeln und diese dann über einen 3 D-Drucker anzufertigen", erzählt Reifenhändler Sören Flint.

Schon dabei war klar, dass die Erfindung weit mehr kann, als einen Löffel zu halten. Das liegt an den "Gnubbeln", die in verschiedener Anzahl auf beiden Seiten für ganz unterschiedliche Stabilität sorgen. So könnten laut dem Erfinder drei viel mehr halten als nur zwei. "Wenn die Zweier-Seite an der Tischkante klemmt, kann man den Haltefix nicht vergessen, wenn man seine Gehhilfen vom Tisch nimmt und loslaufen möchte", erklärt Flint.

Inzwischen sind Jahre des Tüftelns und Ausprobierens ins Land gegangen und der Erfinder hat seine Idee im Mai 2015 durch das Patentamt schützen lassen. "Meine Erfindung ist nun produktionsreif", sagt er. Schon in zwei Wochen soll die Herstellung in einem Rothenburger Unternehmer beginnen. Bis heute hat der Weißwasseraner eine mittlere, fünfstellige Summe vorfinanziert. "Ich bin überzeugt davon, dass die Erfindung regen Absatz findet", ist sich Flint sicher. Er freue sich darüber, dass das Produkt in Sachsen hergestellt wird.

Von der Tauglichkeit des "Haltefix" konnten sich Ende vergangenen Jahres auch die Besucher des Hegelcafés in Weißwasser überzeugen. Die MDR-Sendung "Einfach Genial" hatte von der ostsächsischen Erfindung erfahren und wollte sie von den dortigen Besuchen auf Herz und Nieren testen lassen. "Die Gäste waren begeistert und wollten sofort welche kaufen", erinnert sich Sören Flint. Gleiches galt laut dem Erfinder auch für die Besucher der Konventa Gewerbe- und Leistungsschau in Löbau, bei der Flint seine Entwicklung erstmals einem größeren Publikum vorstellte. "Die Nachfrage war riesig und die Leute offenbar von der Einfachheit begeistert", so der kreative Weißwasseraner.

Weißwassers Stadtvereinschef Frank Schwarzkopf sieht es ähnlich und bietet dem Erfinder über die vom Verein betriebene Tourismusinformation an, seine Innovation zu verkaufen. "Ich glaube, dass der Haltefix großes Potenzial hat", sagt Schwarzkopf.

Der MDR strahlt am heutigen Dienstag um 19.50 Uhr die Sendung "Einfach Genial" aus und stellt die Erfindung von Sören Flint vor. Sie soll künftig für 12,90 Euro über den Ladentisch der Touristeninformation gehen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.mr-flint.de .