Piroggen für den guten Zweck: Eine Initiative der Frauen vom Verein „Wir für hier“ am Boulevard und Mitarbeitern der Stadtwerke Weißwasser ließen besonders die Kinderherzen im Kiez am Braunsteich höher schlagen. Spontan war die Idee der Dolmetscher und Betreuer geboren, Piroggen für die im Kiez untergebrachten Flüchtlinge aus der Ukraine zuzubereiten. Über 300 der Teigtaschen müssen erst einmal geformt werden. Ein spontaner Spendenaufruf brachte bis Dienstag 1440 Euro zusammen.
Unterdessen sind bereits am Wochenende etliche Spenden beim Kiez eingegangen. Auch Mediziner wie Dr. Lutz Buschmann oder Dr. Karl-Heinz Dreier haben Sprechstunden für die Flüchtlinge vor Ort durchgeführt. „Es sind mehrere wirklich behandlungsbedürftig gewesen“, berichtet Buschmann. Inzwischen haben die Ärzte rings um Weißwasser begonnen, sich die Arbeit zu teilen. Ein besonderen Dank sprechen sie den Apotheken aus, die unbürokratisch Medikamente zur Verfügung gestellt haben. „Wir helfen, wo wir können, denn es ist Krieg“, fasst es Lutz Buschmann zusammen.

Kiez-Team von Hilfe und Spenden überwältigt

Insgesamt sind aktuell 320 ukrainische Kriegsvertriebene im Kiez untergebracht. An Kinderkleidung und Spielsachen fehlt es dank vieler Spenden nicht mehr. Aktuell, so Petra Helbig, fehlte es an Schuhen und Badelatschen sowie Damenhygiene-Artikeln. Waschmittel und Getränke sowie verschiedenes Obst und Gemüse würden ebenfalls gebraucht. Das gesamte Team vom Kiez ist von der Hilfsbereitschaft der Weißwasseraner begeistert und bedankt sich auf diesem Wege bei den vielen freiwilligen Helfern.
Die Stadt Weißwasser versucht unterdessen, verschiedene Hilfsaktionen zu bündeln, wie OB Torsten Pötzsch (Klartext) erklärt. Diese sollen auf der Internetseite der Stadt publik gemacht werden. „Es geht aktuell auch darum, dass unsere kleinteilige und breite Hilfe längerfristig gebraucht wird. Das wird uns vor Herausforderungen stellen“, so der Oberbürgermeister.