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| 02:52 Uhr

Rohner bereiten 250. Geburtstag vor

Annemarie Hein (r.) und Gertrud Hermasch haben zum runden Njepila-Geburtstag ebenfalls eine wichtige Aufgabe. Die Frauen bereiten nämlich "Prampanikal" vor, ein sorbisches Gericht mit Rotkraut und gestampften Kartoffeln sowie Speck und sieben Gewürzen.
Annemarie Hein (r.) und Gertrud Hermasch haben zum runden Njepila-Geburtstag ebenfalls eine wichtige Aufgabe. Die Frauen bereiten nämlich "Prampanikal" vor, ein sorbisches Gericht mit Rotkraut und gestampften Kartoffeln sowie Speck und sieben Gewürzen. FOTO: amz1
Rohne. Zum 250. Geburtstag von Volksschriftsteller Hanzo Njepila soll in Rohne ein großes Programm gestaltet werden. Um zum Mitmachen zu motivieren, hat der Verein Njepila-Hof Rohne ein Sommerfest gefeiert. amz1

Der 25. September 2016 dürfte wohl Eingang in die Rohner Geschichtsbücher finden. Denn an jenem Sonntag soll der 250. Geburtstag von Volksschriftsteller Hanzo Njepila (1766 - 1856), dem berühmtesten Sohn des 460-Einwohner-Ortes, würdevoll begangen werden. Rund 100 Mitwirkende wollen das Programm gestalten. Um sie zu motivieren, hat der Verein Njepila-Hof Rohne jetzt zum Sommerfest geladen.

Vereinschef Manfred Nickel ist während der kleinen abendlichen Party jedenfalls erleichtert. "Wir haben uns mit den fleißigen Helfern beraten. Ich denke, für den runden Geburtstag im Rahmen unseres 17. Hoffestes sollte jetzt soweit alles klar sein. Das Programm steht jedenfalls. Mit dem heutigen Sommerfest wollen wir allen Mitwirkenden schon mal Danke sagen. Und natürlich einen Motivationsschub geben."

Denn Arbeit wartet auf die Rohnschen und Schleifschen noch reichlich. Beispielsweise auf Silvia Seitz, die seit rund acht Jahren das Sorbische Kinder- und Jugendensemble Schleife leitet. "Wir bereiten uns bald auf unseren 20-minütigen Programmteil auf dem Njepila-Hof vor", kündigt Seitz an. Denkbar wäre es, dass die 23 Kinder und Jugendlichen sowie vier Erwachsenen eine neue Polka einstudieren. Mit dem Üben werde unmittelbar nach dem Ende der Sommerferien begonnen.

Allerdings warte dann noch der Auftritt beim Festival der sorbischen/wendischen Kultur Ende August in Jänschwalde. "Anschließend gehen wir für das Njepila-Hoffest in die Vollen", gibt Silvia Seitz die Marschrichtung vor.

Szenen aus dem bäuerlichen Leben des Jubilars Hanzo Njepila bereitet dagegen das Rohner Dorftheater vor. "Wir wollen unter anderem das schwierige Verhältnis von Njepila zu seiner Schwiegertochter thematisieren", verrät schon mal Stephanie Bierholdt vom Gremium. Heiße Kandidaten für die Njepila-Rolle seien Christian Penk und Axel Breyer. Für die Schwiegertochter böte sich Andrea Krupper an.

Gesprochen werde übrigens ein "deutsch-sorbischer Kauderwelsch", wie es Bierholdt formuliert. "Diese Sprache verstehen die Leute. Und niemand wird dabei ausgeschlossen."

Für das Rohner Dorftheater steht im kommenden Jahr sein Jubiläum ins Haus. Dann gibt es die achtköpfige Gruppe bereits seit einem Vierteljahrhundert.

Weniger mit Kunst, dafür umso mehr mit Technik und Manneskraft werden es Christian Vieweg und seine zehnköpfige Mannschaft zu tun bekommen. "Wir bauen das Festzelt auf", kündigt der junge Mann an. Und zwar wird das nicht irgendeine Planen-Konstruktion sein, sondern ein stattliches, zehn mal 18 Meter messendes Gebilde. "Das soll hinter der Njepila-Scheune aufgestellt werden", sagt Christian Vieweg. Er schätzt, dass seine Leute dafür rund drei Stunden bräuchten.

Doch wie sieht nun das konkrete Programm für das 17. Hoffest aus? Laut Manfred Nickel beginnt es am 25. September um 9.30 Uhr mit dem Gottesdienst. Anschließend werde der Bauernmarkt eröffnet. Gegen 14 Uhr starte unter dem Motto "250 Jahre Hanzo Njepila" das Nachmittagsprogramm mit zahlreichen Mitwirkenden aus verschiedensten Vereinen und Einrichtungen. Mit dabei sei auch das polnische Volksensemble "Lasowianie" aus der Grenzstadt Penzig (Piensk). Ansonsten handele es sich ausschließlich um Gruppen aus dem Schleifer Kirchspiel.

Auf jeden Fall ist bereits beim Sommerfest auf dem Njepila-Hof eine immer größer werdende Vorfreude auf den großen Tag zu spüren. Selbst der Wettergott scheint ein Rohner zu sein. "Bislang gab es nur zu einem Hoffest Regen, sonst stets Sonne und warme Temperaturen. Hoffen wir, dass es zum 250. Geburtstag nicht anders wird", sagt Manfred Nickel.