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Friedhof
Rietschener wollen neue Urnenanlage

Rietschen. Die Urnenanlage auf dem Rietschener Friedhof soll neu gestaltet werden. Geplant sind fünf Strahlen, die mit 70 Urnendoppelreihengräbern bestückt werden.

Alles begann im Dezember 2016 mit einem Aufruf. Damals sollten die Rietschener Vorschläge zur künftigen Gestaltung ihres Friedhofes einreichen. Anlass bildeten ständige Anfragen zwecks der verschiedenen Grabarten. Immerhin vier Ideen gingen im Rathaus ein, die allesamt die Urnengemeinschaftsanlage (UGA) betrafen. Nach Diskussionen in der Verwaltung und im Seniorenrat zeichnet sticht nun eine Variante heraus. Demzufolge sollen auf einer Freifläche neben der bereits vorhandenen anonymen UGA Liegesteine strahlenförmig von einem bestehenden Baum aus angeordnet werden. Diese seien 40 mal 60 Zentimeter groß. Vorgesehen sind fünf Strahlen mit rund 70 Urnendoppelreihengräbern. Pro Grabstelle, so erklärt Rathaus-Mitarbeiterin Carolina Hoffmann, solle die Bestattung zweier Urnen möglich sein. „So hat der Bürger eine weitere Möglichkeit zur Auswahl der Bestattung“, erklärt die Fachfrau. Die Liegezeit betrage 20 Jahre. Allerdings gebe es keine freie Platzwahl. Erst wenn ein Strahl voll belegt ist, könne der nächste angefangen werden.

Die Vorteile der Anlage für die Nachkommen: „Für sie entsteht kein Pflegeaufwand. Sie haben aber die Möglichkeit, eine Schale oder einen Strauß auf den jeweiligen Stein zu stellen“, sagt Hoffmann. Zudem befinde sich der jeweilige Stein genau über der Urne des Familienangehörigen. Die Pflege der Rasenflächen zwischen den Strahlen übernehme die Gemeinde. Die Mäher könnten direkt bis an die Einfassung heranfahren. So halte sich der Aufwand in Grenzen. Als Vorbild diene das Urnengrabensemble auf dem Friedhof in Weißwasser. Dort werde das Angebot sehr gut angenommen.

Der Rietschener Gemeinderat hat für die Idee jetzt grünes Licht gegeben. Allerdings geben die Abgeordneten zu bedenken, dass die Anlage eine relativ große Fläche beanspruche. Die Umsetzung könnte dem Rietschener Rathaus zufolge im ersten Halbjahr 2020 durch einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb erfolgen. Anschließend erfolge die dazu gehörige Gebührenkalkulation. Und ab Anfang 2021 sei die Belegung der neuen Anlage möglich.

Derzeit gibt es laut der Gemeinde auf dem Friedhof um die 30 Bestattungen pro Jahr. Über die Hälfte der Hinterbliebenen entscheide sich für Urnengräber.