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| 13:37 Uhr

Rietschen
Rietschener wollen harte Zahlen

Das Rietschener Kino soll ab September saniert werden. Ob die vom Gemeinderat freigegeben 800 000 Euro ausreichen, steht allerdings noch in den Sternen.
Das Rietschener Kino soll ab September saniert werden. Ob die vom Gemeinderat freigegeben 800 000 Euro ausreichen, steht allerdings noch in den Sternen. FOTO: Rehle Joachim / Joachim Rehle
Rietschen. Mit der Kinosanierung und der Kindergartenerweiterung plant die Gemeinde zwei Großprojekte. Von Torsten Richter-Zippack

Im September fällt im Rietschener Kino bis auf Weiteres die Leinwand. Dann endet der Betrieb im altehrwürdigen Gebäude an der Ecke Görlitzer Straße/Rothenburger Straße. Das Ensemble muss dringend saniert werden, die Mängelliste wird immer länger. Zunächst erfolgt der zeitnahe Abriss der Toiletten und des Eingangsbereiches, heißt es aus dem Rietschener Rathaus. Darüber hinaus sollen die Säulen freigelegt werden, damit sich Holzgutachter deren Statik genauer ansehen können.

Die drei Varianten der Planer zeigen Kosten zwischen 900 000 und 1,1 Millionen Euro auf, um das Kino auf den neuesten Stand zu bringen. Zu viel, finden die Gemeinderäte. Sie plädieren für eine Kostendeckelung in Höhe von maximal 800 000 Euro. Ob diese Summe dann tatsächlich ausreicht, steht allerdings in den Sternen.

Gemeinderat Torsten Lorenscheit bemängelt indes, dass durch die Gemeinde keine konkreten Zahlen bezüglich der Sanierung vorgelegt werden. „Es sind nur Schätzwerte“, so der Abgeordnete. Nach Angaben von Bürgermeister Ralf Brehmer könne die Kommune zum jetzigen Zeitpunkt damit noch nicht dienen, da es noch zu viele Unbekannte gibt. Immerhin ist in diesem Jahr bereits der Abriss vom Nebengelass am Kino erfolgt.

Der Rietschener Kinobetrieb wird trotz der kommenden Bauarbeiten weitergeführt. Ausweichquartier bildet das Gemeindeamt in der Kirchstraße. Dorthin lädt der Kino-Verein vorerst zum Filme schauen ein. Die Gemeinde hatte das Kino in diesem Jahr von der WGR Wohnungs-GmbH zurückgekauft. Dafür investierte das Rathaus 15 000 Euro.

Zur zweiten Großbaustelle in der Gemeinde avanciert bald die Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ an der B 115. Aufgrund steigender Kinderzahlen muss die Kapazität erweitert werden. Ein Anbau für den Krippenbereich befindet sich in Planung. Dieses Vorhaben beziffert die Rietschener Kämmerin Sigune Hilke auf rund anderthalb Millionen Euro. Davon sollen 1,1 Millionen Euro gefördert werden. Mit dem Baubeginn sei aber erst im kommenden Jahr zu rechnen. Die Vollendung müsse bis spätestens Ende 2020 erfolgen.

Insgesamt umfasst der aktuelle Rietschener Doppelhaushalt für die Jahre 2017/2018 ein Volumen von rund 4,6 Millionen Euro. „Wir sind schuldenfrei“, erklärt Hilke. Für Investitionen seien in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro eingestellt. Davon seien bislang 200 000 Euro ausgezahlt. „Manche Dinge müssen verschoben werden, beispielsweise wenn Fördermittelbescheide zu spät eingehen“, erklärt die Kämmerin.

Das geplante Toilettengebäude auf dem Rietschener Erlichthof kann erst im kommenden Jahr errichtet werden. Zwar liegt bereits seit Ende Juli der entsprechende Baubescheid vor, doch da die Firmen derzeit sehr ausgebucht sind, soll erst im Winter die Ausschreibung erfolgen. Indes ist das Sanitärgebäude auf dem Erlichthof noch immer im Bau, obwohl die Arbeiten bereits Ende 2017 abgeschlossen sein sollten. Als Grund gibt die Gemeinde Schwierigkeiten bei der Umsetzung durch diverse Firmen an. Der unmittelbar daneben befindliche Wohnmobilstellplatz wurde dagegen bereits im Mai 2017 vollendet. Bis Ende 2018 erfolgt der Abschluss der Neugestaltung der Außenanlagen am Fema-Kulturhaus.

Ein weiteres Investitionsvorhaben bildet die Sanierung der Nebengebäude des Dorfgemeinschaftshauses im Ortsteil Werda. Das Projekt muss bis zum Jahr 2021 fertiggestellt sein. Allerdings hat die Denkmalbehörde bei einer Vorort-Begehung festgestellt, dass dem Abbruch der stark beschädigten Scheune nicht zugestimmt werde. Nach Angaben von Bürgermeister Brehmer befindet sich der Vorgang derzeit im Widerspruch.