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| 02:51 Uhr

Rietschener Gemeinderat will Kino-Verein nicht bevorzugen

Das Kino-Cafe und die ehemalige Gaststätte in Rietschen.Foto:Joachim Rehle
Das Kino-Cafe und die ehemalige Gaststätte in Rietschen.Foto:Joachim Rehle FOTO: Joachim Rehle (LR-COS-REM-116)
Rietschen. Soll das Kino in Rietschen ein kommunales Kino werden, dann braucht es auch die Strukturen dafür. Aus dieser Idee heraus hatte der Verein Kino-Café Rietschen an die Gemeinde die Idee herangetragen, dass die Tochtergesellschaft der Gemeinde – die Artour Rietschen GmbH – Betreiber der Spielstätte werden soll. Regina Weiß

Doch nach einer längeren Diskussion in der jüngsten Ratssitzung hat sich gezeigt, damit können längst nicht alle Räte mitgehen. "Ich will eine Kampfabstimmung vermeiden", räumt Bürgermeister Ralf Brehmer (Freie Wähler) schließlch ein. Er zog die Beschlussvorlage zurück.

Was wollte der Verein mit dem Schritt erreichen? Keineswegs sich zurückzuziehen. Darauf hat Vereinschefin Simone Schmidt ausdrücklich hingewiesen. Aber in der zurückliegenden Zeit habe sich gezeigt, dass es für einen langfristigen abgesicherten Kinobetrieb leistungsfähige Strukturen braucht. Obwohl die 64 Mitglieder viel Zeit opfern, braucht es Ansprechpartner zu verlässlichen Bürozeiten für Verleiher und Zulieferer an den Werktagen. Der Verein will sich bei der Programmgestaltung, mit Arbeitseinsätzen und am Wochenende weiterhin aktiv für das Kino einsetzen. Deshalb sollte ein Betreibervertrag mit der Artour geschlossen werden. Crux bei der ganzen Sache: Die Gesellschaft trägt dann plötzlich das finanzielle Risiko.

Nach Überschlagsrechnungen kann die Kinobetreibung bei einer schwarzen Null landen, sie kann aber auch Minus machen. Bei angenommen 5500 Besuchern landete man bei der Vorkalkulation bei einem Minus von 3100 Euro, stellte Bürgermeister Ralf Brehmer vor. "Das geht so nicht", hält Gemeinderat Helmut Perk (Freie Wähler) mit seiner Meinung nicht hinterm Berg. Vor allem gehe es ihm um die Gleichbehandlung der Vereine im Ort. So könne der Erlichthofverein nicht mehr die Öffnungszeiten absichern und der Fußballverein bezahle jemanden, damit die Grünflächen gepflegt werden. Der Fitnessverein habe jemanden angestellt, um das Studio zu betreiben. Man müsse sich nur mal vorstellen, diese würden alle Anträge stellen. "Wie wollen wir dann argumentieren. Das möchte ich sehen", warf Perk ein. Und auch Torsten Lorenscheit fragte, warum der Verein nicht einfach jemanden einstelle. Dann bleibe nämlich die Verantwortung beim Verein.