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| 17:04 Uhr

Aus dem Rietschener Gemeinderat
Von der Küste auf den Erlichthof

 Hier, in dem Gebäude auf dem Erlichthof Rietschen, soll künftig eine Schneiderei entstehen.
Hier, in dem Gebäude auf dem Erlichthof Rietschen, soll künftig eine Schneiderei entstehen. FOTO: Christian Köhler
Rietschen. Heike Hoffmann zieht von Wilhelmshaven nach Rietschen. Sie eröffnet hier eine Schneiderei. Von Christian Köhler

Der Erlichthof in Rietschen zieht seit Jahren unzählige Touristen an. Darauf ist man in Riet­schen sehr stolz. Bei einer Touristin allerdings ist jüngst ein größerer Funke übergesprungen. „Wir haben Urlaub auf dem Erlichthof gemacht und sind begeistert gewesen“, erzählt Heike Hoffmann. Sie ist wohnhaft in Wilhelmshaven an der Nordsee, betreibt dort eine Schneiderei und einen Kreativladen. „Wir haben davon erfahren, dass ein Gebäude auf dem Erlichthof frei ist und wir konnten uns von Anfang an vorstellen, dieses zu übernehmen“, erzählt sie der RUNDSCHAU.

Tatsächlich ist das sogenannte Handwerkstübchen seit einigen Monaten leer. Die Gemeinde hatte es zur Verpachtung ausgeschrieben, wie Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) jüngst während einer Ratssitzung bestätigte. Noch vor der eigentlichen Veröffentlichung der Verpachtungsanzeige, im März dieses Jahres, ist Heike Hoffmann auf die Gemeinde zugegangen. „Frau Hoffmann hat sich anschließend auch bei allen ansässigen Händlern und Handwerkern vorgestellt“, berichtet Ralf Brehmer, „und alle sind begeistert gewesen. Mir hat man erzählt, sie hätten am liebsten sofort das Handwerkerstübchen verpachtet.“ Alle seien einverstanden gewesen, dass Heike Hoffmann das Gebäude künftig nutzt.

Nun aber muss der Gemeinderat noch einer Verpachtung zustimmen. Neben der Bewerbung von der Nordseeküste sei auch eine weitere eingegangen. Laut Gemeindeverwaltung handelt es sich um Karin Dunsch, die das Stübchen allerdings nur am Wochenende oder bei größeren Festen auf der Schrotholzsiedlung nutzen möchte.

Heike Hoffmann dagegen wünscht sich eine ganzjährige Nutzung. „Ich möchte hier eine Schneiderei und eine Kreativwerkstatt eröffnen“, erzählt sie. Auch eine Änderungsschneiderei für den gesamten Ort schwebt ihr vor. „Ich würde mich auch in das Vereinsleben einbringen und Kostüme für den Karnevalsclub nähen oder für andere Vereine meine Dienste anbieten“, sagt sie.

Die 55-Jährige stammt ursprünglich aus Magdeburg, ist über das thüringische Weimar an die Küste gezogen. Dort hat sie gemeinsam mit ihrer Familie Haus und Hof. „Meinem Mann aber gefällt es hier nicht mehr. Ein Leben auf dem Land, in der Lausitz, würde uns sehr gefallen“, erklärt sie. Der Weg dazu ist ihr nun vom Gemeinderat geebnet worden. Einstimmig haben die Räte dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, das Handwerkerstübchen an Heike Hoffmann zu verpachten. „Es ist schön, dass unser Erlichthof so weit ausstrahlt und Kreise bis an die Küste zieht“, sagt Ralf Brehmer.

Nun also geht es für Heike Hoffmann ans Packen. Ihren Mietvertrag für das Geschäft in der Innenstadt von Wilhelmshaven habe sie bereits gekündigt. „Ursprünglich war der Plan, schon im Juli auf dem Erlichthof zu eröffnen, aber das werden wir wohl nicht schaffen“, erzählt sie. Sie rechne nun damit, dass im August, spätestens aber im September der neue Laden öffnet.

 Hier, in dem Gebäude auf dem Erlichthof Rietschen, soll künftig eine Schneiderei entstehen.
Hier, in dem Gebäude auf dem Erlichthof Rietschen, soll künftig eine Schneiderei entstehen. FOTO: Christian Köhler