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Rietschen
Kino-Sanierung soll höchstens 800.000 Euro kosten

Die Frage steht: Was passiert mit dem Kino in Rietschen? Wird es saniert? Gibt es einige notwendige Arbeiten? Die Gemeinderäte haben den Planern jetzt eine Kostenobergrenze gesetzt.
Die Frage steht: Was passiert mit dem Kino in Rietschen? Wird es saniert? Gibt es einige notwendige Arbeiten? Die Gemeinderäte haben den Planern jetzt eine Kostenobergrenze gesetzt. FOTO: Joachim Rehle / Rehle Joachim
Rietschen. Rietschens Gemeinderäten sind die drei Planer-Varianten für die Kino-Sanierung zu teuer. Zwischen 900.000 Euro und 1,1 Millionen Euro sind aufgerufen. Die Gemeinderäte fordern jetzt eine Kostenobergrenze. Ob das jedoch funktioniert, ist völlig offen. Von Sascha Klein

Das Kino-Café steht stolz an der Kreuzung Rothenburger und Görlitzer Straße in Rietschen. Doch hinter der Fassade rumort es. Die Frage steht: Was passiert mit dem Kino in der Zukunft? Reparaturen sind in den kommenden Jahren dringend nötig. Allerdings ist strittig, wie intensiv die Gemeinde in das Gebäude investieren soll. Deshalb hat es schon einen ersten Entwurf gegeben, bei dem die Gemeinderäte wenig begeistert waren. Kostenpunkt: rund 1,1 Millionen Euro.

Jetzt sind auch zwei weitere Entwürfe zur Sanierung und zum Umbau des Kinos bei den Gemeinderäten durchgefallen. Bei den neuen Vorstellungen hätte der Bau konservativ gerechnet zwischen 900♦000 Euro und 1,018 Millionen Euro gekostet. Tendenz: steigend. Auch bei diesen Summen haben die Rietschener Gemeinderäte arge Zweifel. Torsten Lorenscheit (WfR) sagt: „Der Planer hat mit Augenzwinkern bei allen drei Varianten fast den gleichen Preis ausgehandelt. Die Million ist einfach zu viel.“ Auch Helmut Perk (WVR) betont: „Was uns vorliegt, ist keine Kostenrechnung, sondern eine Schätzung.“ Denn: Bei der Rechnung sind Fachplaner noch nicht einberechnet – für Perk ist deshalb eine verlässliche Rechnung noch gar nicht möglich.

Also versucht Helmut Perk einen Kompromiss: Die Planer sollen versuchen, die Sanierung für höchstens 800♦000 Euro auf die Reihe zu bekommen. Diese Zahl ist allerdings durch keinerlei Planungen unterlegt, sie ist eine Zielzahl, um die Kosten für die Gemeinde halbwegs überschaubar zu halten. Zum Hintergrund: Wenn Rietschen saniert, dann mit der Möglichkeit, rund die Hälfte der Summe als Förderung zu bekommen.

Torsten Lorenscheit ist diese Summe von 800♦000 Euro trotzdem noch zu viel. Er schlägt 650♦000 Euro vor. Dieser Vorstoß wird jedoch von der Mehrheit der Gemeinderäte nicht unterstützt. Nach mehrfacher Wahl steht schließlich fest: Die Planer sollen eine Sanierung für 800♦000 Euro möglich machen. Das ist die Aufgabe, die der Gemeinderat jetzt stellt.

Zu Beginn der Diskussion hat Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer betont, dass definitiv etwas an dem Gebäude getan werden müsse. Die Elektrik sei veraltet und auch beim Brandschutz müsse die Gemeinde aktiv werden. Zudem hätten auch die Toiletten noch DDR-Standard. Die generelle Frage sei: Sollte das Kino saniert werden? Oder sollte es un- oder teilsaniert weiterlaufen? Oder soll es zukunftssicher gemacht werden – dann mit Blick auf die kommenden 25 bis 50 Jahre?

Rietschens Ex-Bürgermeister Udo Zange, der Mitglied mit Kino-Café-Verein ist, sagt, der Verein wisse nicht wirklich, wie er sich angesichts der Diskussion verhalten soll. „Es ist Vereinsaufgabe, das Kino zu erhalten. Wir haben nie gefordert, dass das Gebäude saniert werden soll“, sagt Zange. Er fordert von den Gemeinderäten, sich für eine Variante zu entscheiden. Denn: Eine lange Diskussion verunsichere die Vereinsmitglieder, die das Kino-Café ehrenamtlich betreiben.

Zwischenzeitlich ist sogar in der Diskussion, eine Mini-Sanierung des Kinos ins Auge zu fassen. Das bedeutet: Was dringend saniert werden muss, wird gemacht. Alles andere wird zunächst zurückgestellt. CDU-Gemeinderat Jan Anders hatte diese Variante in die Runde geworfen, Torsten Lorenscheit hat die Idee weitergeführt: „Ist das für uns okay, nur eine kleine Variante zu machen?“, fragte er in die Runde. „Eine große Lösung kann ich nicht mittragen, aber ich kenne keine andere.“ Helmut Perk hat schließlich die entscheidende Frage gestellt: „Was ist uns das Kino wert?“ Die Antwort hat er schließlich selbst gegeben: 800♦000 Euro.