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| 16:18 Uhr

Kommunales
Rietschen kauft Grundstücke zurück

Rietschen. Es mutet ein bisschen an wie rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln, was die Gemeinde mit ihrer Ortsmitte anstellt.

Im Dezember 2013 hat sich der Gemeinderat von Rietschen entschieden, die Grundstücke Ecke Rothenburger-/Görlitzer Straße an die eigene Tochterfirma, die Wohnungsbaugesellschaft, zu verkaufen. Somit sollte der Weg für den Umbau des Kinos, den Abriss der Gaststätte Lausitzer Eck und den Wohnungsneubau in der Ortsmitte frei gemacht werden. Beraten wurde das mehrfach und am Ende auch so entschieden. 3200 Euro nahm die Gemeinde durch den Verkauf ein.

Nun geht es mit einem großen Teil der Grundstücke wieder retour. Die Gemeinde kauft sie von der Wohnungs GmbH Rietschen (WGR) zurück. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung im Februar beschlossen. Konkret geht es um die Flächen, auf denen das Kino steht, wo die Parkflächen und die Bushaltestelle zu finden sind sowie um den künftigen Kinovorplatz, der gerade gestalterisch aufgewertet wird.

Warum es nun diese Kehrtwende gibt, hat in der Sitzung Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) erklärt. Damals war man davon ausgegangen, dass das Mehrgenerationswohnhaus in räumlicher Verbindung mit dem Kinogebäude entstehen sollte. Doch das Wohngebäude wird bekanntlich separat gebaut, das Kino bleibt es ebenso. Zwischenzeitlich hat sich ein Verein gegründet, der das Filmtheater nun schon über ein Jahr erfolgreich betreibt.

Dieser Entwicklung müsse man nun Rechnung tragen. Hinzu kommt, dass nun auch das Steuerrecht gegen die jetztige Form spreche. Die Kultureinrichtung im Bestand der WGR sorge nur für ertragssteuerliche Probleme. Die WGR bekommt keine Mieteinnahmen durch das Kino. Weiterhin begründet die Kommune, dass es schlechtere Förderkonditionen gibt, wenn das Gebäude nicht im Eigentum der Kommune ist.

Nach dem Abriss vom Lausitzer Eck und dem Einbau von Kinotechnik sowie einem Aufwand von Beratungen, Vertragsgestaltungen und Vor-Ort-Terminen kommt es zu einem Kaufpreis von 10 601,33 Euro. Hinzu kommen Vermessungskosten, sodass die Rietschener mit rund 15 000 Euro rechnen, die sie nun ausgeben werden.

Derweil die Arbeiten beim Mehrgenerationshaus vorangehen –  „damit wird die WGR hoffentlich Geld verdienen, so meine ehrliche Hoffnung“, so Ralf Brehmer –, muss die Kino-Sanierung noch in trockene Tücher gepackt werden. Der Bürgermeister, so hatte er es am Jahresanfang angekündigt, wollte dabei den Verein in die Diskussion mit einbeziehen. Vom Gemeinderat gibt es bisher die Kostendeckelung auf 800 000 Euro.

(rw)