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Rietschen
Rietschen feiert Jubiläums-Oktoberfest

Oktoberfest 2017: Gäste im Rietschener Festzelt in Feierlaune. Foto: Martina Arlt
Oktoberfest 2017: Gäste im Rietschener Festzelt in Feierlaune. Foto: Martina Arlt FOTO: Arlt Martina / Martina Arlt
Rietschen. Fröhliche Stimmung herrscht bis in den Morgen mit den Musikanten aus Franken.

Nach dreijähriger Pause hat endlich wieder ein Oktoberfest in Rietschen stattgefunden. Wie sehr die Rietschener das vermisst haben, war Samstagabend in dem proppevollen Festzelt an der Ladestraße zu spüren. Ausgelassene Fröhlichkeit beherrschte das Jubiläumsfest. Denn zum zehnten Mal organisierten die Rietschener ein Oktoberfest wie es zünftiger im tiefsten Bayern auch nicht gefeiert werden könnte.

Es war wohl das Event schlechthin, denn alle Plätze an den langen Tischen waren mit Partygästen besetzt. Und die kamen nicht nur aus Rietschen, sondern genauso aus den Dörfern ringsherum. Selbst Mühlroser, Bad Muskauer, Gablenzer und Halbendorfer hatten sich unters Feiervolk gemischt. Dabei blieb es nicht.

Tillmann Havenstein vom Kultuverein freute sich, dass zum ersten Mal in der Oktoberfest-Geschichte 60 junge Leute aus Singapur mitfeiern wollten. Es sind Soldaten, die seit acht Wochen auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz trainieren. Wie sich im Laufe des Abends zeigte, waren die Singapuris hellaufbegeistert. Einschließlich vom Oktoberfestbier.

Bevor jedoch die „Büchenbacher Musikanten“ die Stimmung im Festzelt so richtig anheizten, gab es den obligatorischen Anstich. In Rietschen wird das traditionell einer besonders bekannten Person angetragen. Beim Jubiläumsfest fiel die Wahl auf Nancy Nadebor, eine der Geschäftsführerinnen des gleichnamigen Unternehmensverbundes aus Krauschwitz.  Patrick Schultze, der Geschäftsführer von Schwarz-Reisen aus Hähnichen, half ihr beim Fassanstich. Das klappte bestens, nach einem Schlag floss der Gerstensaft in Strömen.

Zehn Tage lang war das große Festzelt in Rietschen hergerichtet und mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet worden.

Den Hut dafür setzte sich der Kulturverein Rietschen mit Tilmann Havenstein an der Spitze auf. Dabei hatte der Verein viele fleißige Helfer aus der Gemeinde an seiner Seite, berichtet Havenstein. Nur so sei ein Kraftakt wie dieser zu bewältigen. Denn die Besucher sollten schon richtige Wies’n-Luft schnuppern und das typische Flair genießen. Alles war in blau-weiß dekoriert worden.Aus Maßkrügen wie auf der Münchner Theresienwiese ließen sich die Gäste das Paulaner-Oktoberfestbier schmecken. Zwölf Mädels schwärmten immer wieder aus und bedienten gern die Gäste. Geflochtene Haare und im Dirndl-Outfit waren sie besonders schön anzusehen. Marina Pötschke „verschönerte“ die Dirndl mit roten Herzchen als Namensschild für die jungen Kellnerinnen. Mit großer Freude war auch Nele Semmler aus Rietschen in Aktion: „Das macht wirklich großen Spaß. Das würde ich jedes Jahr wieder tun“, so die 15-Jährige.

„Es gab in letzter Zeit immer mal wieder Nachfragen, ob es nicht wieder ein Oktoberfest gibt. Die Leute waren richtig heiß darauf. Ich denke schon, dass wir nun wieder jedes Jahr so etwas auf die Beine stellen“, ist Havenstein optimistisch. Weit mehr als 30 Leute kümmern sich an so einem Abend um das Wohl der Gäste. Havenstein weiß: „Der Spaßfaktor steht bei uns immer im Mittelpunkt, sonst würden wir so eine Veranstaltung auch nicht machen. Auch wir als Organisatoren haben wirklich immer große Freude dabei, und jeder steckt sehr viel Herzblut hinein.“ Er war es am Samstag dann auch, der zwischen den Tanzrunden zur großen Tombolaverlosung auf die Bühne ging. An seiner Seite Mitstreiter Helmut Perk und jeweils eine Glücksfee, die mit verbundenen Augen in den Lostopf griff. Ob eine Fuhre Mutterboden, Freikarten für die Lausitzer Füchse oder Reisen nach Prag oder Rom, alle Preise wurden „an den Mann“ gebracht. Gefeiert wurde bis morgens um drei Uhr. Am Sonntagvormittag wurde mit einem Frühschoppen und den Musikanten aus Erlangen an der guten Stimmung festgehalten.

Der Kulturverein Rietschen gründete sich erst in diesem Jahr und zählt

14 Mitglieder.

10. Oktoberfest in Rietschen, und die Stimmung war genial.
10. Oktoberfest in Rietschen, und die Stimmung war genial. FOTO: Gabi Nitsche / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Nancy Nadebor durfte den Anstich für das 10. Oktoberfest in Rietschen vornehmen. Es reichte ein Schlag, dann war die Sache perfekt. Foto: ni
Nancy Nadebor durfte den Anstich für das 10. Oktoberfest in Rietschen vornehmen. Es reichte ein Schlag, dann war die Sache perfekt. Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche / Medienhaus Lausitzer Rundschau