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Rietschen bleibt unter falscher Flagge

Für die Variante Grün/Gelb sprach sich die Mehrheit der Räte aus.
Für die Variante Grün/Gelb sprach sich die Mehrheit der Räte aus. FOTO: Gemeinde
Rietschen. "Unter falscher Flagge Kurs Nordnordwest", heißt es in einem Song der Toten Hosen. Und so ähnlich lässt sich das auch auf die Gemeinde Rietschen übertragen. Christian Köhler

Denn welchen Kurs die neue Flagge für Rietschen künftig anzeigt beziehungsweise wie diese überhaupt aussieht, bleibt offen. Das jedenfalls hat der Gemeinderat entschieden, denn die Räte wollten sich während ihrer jüngsten Sitzung nicht auf eine der möglichen Varianten für eine Rietschen-Fahne festlegen. Die Entscheidung, welche Fahne zukünftig am Forsthausweg gehisst wird, ist bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme vertagt worden. Dabei waren die Meinungen durchaus verschieden.

"Ich komme mit beiden Varianten nicht so richtig klar", sagt beispielsweise Gemeinderat Erbo Naß (Freie Wähler). Für ihn befinde sich Rietschen in Niederschlesien, in der Fahne müssten sich deshalb auch die Farben Weiß und Gelb wiederfinden. Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) wiederum bestand darauf, dass Rietschen in der Oberlausitz liege, folglich müssten die Farben Gelb und Blau auf der Flagge zusehen sein. Karl-Heinz Nicko (CDU) störte sich vor allem an dem Rot und Weiß bei einer der vorgeschlagenen Varianten: "Das erinnert einen doch an Brandenburg oder Polen. Das passt für uns doch gar nicht." Bernd Hilke (Freie Wähler) wiederum wollte gar nicht über eine der beiden Varianten befinden. "Brauchen wir denn überhaupt eine Fahne?", fragte er, "und müssen wir denn darüber abstimmen?" Schließlich sei Rietschen in den vergangenen Jahrzehnten auch gut ohne eine Flagge zurechtgekommen.

Hauptamtsleiterin Carolina Hoffmann klärt auf: "Wir brauchen eine Fahne für offizielle Anlässe." Bislang habe man immer die "alte" genommen, die aber nicht den Vorschriften entspreche. Denn die Farben "der Fahne müssen sich als Grundfarben in unserem Wappen wiederfinden", sagt sie. Und wie ein Wappen auszusehen hat, das erklärte jüngst Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch den Gemeinderäten. Noch Angang Juni hatte der Rat sich für ein neues Wappen entscheiden müssen, denn das alte, jahrzehntelang genutzte entspreche ebenfalls nicht den Vorschriften.

Das neue folge nun der Heraldik - also die Wappenkunde. Und das Wappen wiederum bedingt die neue Fahne. "Ich fürchte, es wird nur diese beiden Varianten geben", sagt Carolina Hoffmann. Zwar hatte sich eine Mehrheit der Räte für die Variante mit den Farben Grün und Gelb ausgesprochen, aber Horst Mrusek, der an diesem Tag stellvertretend die Ratssitzung leitete, wollte den Beschluss vertagen. "Wir müssen das nicht heute entscheiden", begründete er. Eine Mehrheit der Ratsmitglieder folgte seinem Vorschlag.