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| 02:55 Uhr

Riesenwok fährt in Bad Muskau zum Sieg

Der Kaiser war von seiner Terrakottaarmee begeistert. Auch das Publikum. Die Frauen des Elferrates wurden erste bei den Fußgruppen.
Der Kaiser war von seiner Terrakottaarmee begeistert. Auch das Publikum. Die Frauen des Elferrates wurden erste bei den Fußgruppen. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Die Muskauer Ortsdurchfahrt ist nicht nur für Autos tauglich. Auf ihr können Flugzeuge landen, lernen Teppiche fliegen, tanzen Riesenfrösche und Blumen, tippeln Geishas, wird eine chinesische Mauer errichtet und marschieren Krieger auf. Das alles und noch mehr war am Samstagnachmittag in Bad Muskau zu erleben. Ein sehr sehenswerter Karnevalsumzug schlängelte sich durch die Stadt. Regina Weiß

"Wir haben gedacht, die werden alle rote Drachen bauen. Da bauen wir eben einen riesengroßen schwarzen Wok", erzählt der Krauschwitzer Jochen Mudrack. Seit November haben die Mitglieder der Westkrauschwitzer Narrenzunft und ihre Helfer an dem Riesenteil gebastelt. "Aber gestern haben wir erst das Feuer unterm Wok festgeschraubt", so Norbert Schultze. Schließlich will man sich nicht lumpen lassen. Ein Platz auf dem Treppchen soll es für die Krauschwitzer schon werden.

Mit ihrem Wok sorgen die Krauschwitzer für einen echten Hingucker. Er ist nicht nur riesengroß, dampft vor sich hin und wird von allerlei Gemüse und Schalentieren flankiert. Wirklich eine gelungene Umsetzung des Muskauer Mottos in der 59. Saison. Schließlich feiert man die "Närrischen Asienwochen beim EBM". Da fährt der Wok doch glatt bei den Wagen auf Platz eins. "Zum 60. im nächsten Jahr sind wir auch wieder mit dabei. So eine tolle Tradition muss doch weiterleben", freut sich Norbert Schultze zusammen mit seiner Frau Gabi - sie schwingen Messer und Kochlöffel am Wok - schon auf 2015.

Mit 25 Umzugswagen und Fußgruppen meldet Bad Muskau in diesem Jahr mehr Teilnehmer als 2013. Dass die Stadt zudem voller Menschen ist, freut Karnevalist Olaf Marko.

"Und die Leute sind echt gut drauf. Es gab viel Applaus für uns am Straßenrand", freut sich Hans-Ulrich Jurk, Vorsitzender der Muskauer Freizeitunion. "Die Karawane zieht weiter, Köbeln hat Durst" steht es am Wagen des Vereins. Mit an Bord ist nicht nur ein Kamel, sondern der Kleinen Muck, jede Menge Scheichs und Haremsdamen. "Und alle, die dabei sind, machen Party, haben Spaß. Darauf kommt es doch an", so Andreas Reichelt. Erst vor drei Wochen haben die Köbelner mit dem Bauen angefangen und dann noch einen solchen Wagen mit viel Liebe zum Detail erschaffen - toll! "Dabei sein ist alles", so Thoralf Finke. Apropos dabei sein. 2015 wollen die Köbelner nicht nur in Bad Muskauer wieder für einen Superwagen sorgen, sondern auch in Cottbus mitfahren. Schließlich feiern sie dann auch ihr 40-jähriges Bestehen.

Doch zurück zu 2014. Da ist Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) gerade Stadtkasse und -schlüssel losgeworden. "Jetzt kannst Du dich drei Tage auf die faule Haut legen. Jetzt regiert nämlich das Prinzenpaar", macht Zeremonienmeister René "Keule" Koinzer eine Ansage. Vorher verkündet der Bürgermeister noch eine Sensation. "Pückler muss auch in Asien gewesen sein. Wir haben in unserem Archiv asiatische Münzen gefunden", so der Amtschef. Diese Münzen sind nun ebenfalls in den Händen der Karnevalisten.

Zum Thema:
Platzierungen bei den Fußgruppen: 1. Elferratsfrauen (der Kaiser und seine Terrakottaarmee), 2. Gablenzer Frauensportgruppe (die Glücks-Geishas), 3. die Reisbauern von der Jämlitzer Straße, 4. die Teppichflugschule aus Bad Muskau, 5. das Reismobil.Platzierungen bei den Wagen: 1. Westkrauschwitzer Narrenzunft mit ihrem Riesenwok, 2. Oleander mit der Hochzeit aus allen Ländern, 3. Muskauer Freizeitunion mit ihrer Karawane, 4. Freie Karnevalisten Krauschwitz mit der Delegation aus dem Reich der Mitte, 5. Männergesangverein (Bautrupp für die chinesische Mauer).