Von Christian Köhler

Das Wetter hat es am Freitagvormittag gut gemeint. Die Gemeindeverwaltung Krauschwitz hat nach Sagar geladen. Ein feierlicher Anlass steht ins Haus: Das Richtfest für den Anbau an der Grundschule „Neißekinder“ Sagar ist am Freitag erfolgt. Sämtliche Gewerke, Vertreter der Grundschule und der Gemeinde sowie auch Bürgermeister Andreas Lysk (parteilos) der Nachbarkommune Weißkeißel sind zu den Neißekindern gekommen. Die bedankten sich prompt mit einem Liedchen.

„47 Jahre nach der Schulerweiterung an der damals Polytechnischen Oberschule Sagar gesellt sich jetzt im östlichen Teil eine kleine Schwester dazu“, setzt Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) an. Tatsächlich ist der durchaus beeindruckende Bau schon weit fortgeschritten. Auf dem bereits gesetzten Dachbalken und Fetten reckt Zimmermeister Thomas Kiesel das Glas Sekt in die Höhe. „Möge der Bau gut gelingen!“

Viel Vorlauf nötig, damit die Arbeiten starten können

Dass es überhaupt soweit gekommen ist, dass an der Schule ein Anbau errichtet, der Brandschutz wieder hergestellt, das Datennetz und die Heizungsanlage sowie sämtliche Elektronik erneuert werden konnten, ist viel Zeit ins Land gegangen. Und das nicht etwa, weil man in der Gemeindeverwaltung keine Lust hat, sondern weil eisernes Sparen zuvor nötig war: „Wir haben neun Jahre angespart und ohne den Zuschuss der Gemeinde Weißkeißel hätten wir zwölf Jahren sparen müssen“, deutet Rüdiger Mönch an.

Die nakten Zahlen: Von den Geldern, die Krauschwitz jährlich vom Freistaat für Investitionen bekommt – 2019 sind es 113 000 Euro – sind nur 20 000 Euro der Grundschule zugeordnet. Bei Gesamtinvestitionen von rund 1,5 Millionen Euro betragen die Eigenmittel 242 000 Euro, die Krauschwitz zu stemmen hat. Diese Summe also musste angespart werden. 62 000 Euro davon stemmt Weißkeißel. Ohne weiter ins Detail zu gehen, sagt Rüdiger Mönch: „Das Beispiel zeigt deutlich, dass die zweckgebundenen Zuweisungen für unser sturkturschwache Region völlig unzureichend sind.“

Bauamt ist sehr zufrieden mit Gewerken

Trotzdem ist Marcell Hänchen vom Bauamt der Gemeinde sichtlich zufrieden: „Die Arbeit der Gewerke ist hervorragend“, sagt er. Mit dem neuen Anbau und den Sanierungsarbeiten im alten Anbau der Schule „können wir den Kindern einen modernen Unterricht bieten“, ist Hänchen überzeugt. Die zwei neuen Klassenräume werden mit digitalen Tafeln ausgestattet. „Und das neue Computerkabinett wird ein echtes Highlight“, sagt Bauplaner Hagen Neuman von der HK Bauplanung in Krauschwitz.

Er ist es auch, der mit den räumlichen Zuschnitten und der Planung des neuen Haupteinganges mehrere Probleme auf einmal gelöst hat. So werden etwa Spinte für die Schüler geschaffen, ein Bereich, wo die Jacken zentral hinkommen, gibt es dann ebenfalls. „Wir haben zwar gehofft, dass wir in den Winterferien den zweiten Bauabschnitt beginnen, aber das werden wir nicht ganz schaffen“, erklärt Marcell Hänchen.

Anbau wird im Herbst 2020 fertig

Während die Fertigstellung des Anbaus und der Sanierungsarbeiten im Herbst 2020 avisiert ist – „und das ist zu schaffen ist realistisch“ – gibt es noch nicht abzuschätzende Mehrkosten. Diese kommen einerseits durch höhere Baupreise zustande. Andererseits musste ein Teil des bestehenden Gebäudes neugedämmt werden. „Wir haben Einsparungen bei Gewerken erreichen können, aber wo wir noch sparen können, dass müssen wir in den nächsten Monaten beraten“, sagt Marcell Hänchen zum Schluss.

Weitere Fotos vom Anbau auf www.lr-online.de/bilder