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Rettungsschwimmer – gesucht wie Sand am Meer

Voller Strand am Bärwalder See. Wer hier baden geht, muss wissen, dass Rettungsschwimmer nur punktuell im Einsatz sind.
Voller Strand am Bärwalder See. Wer hier baden geht, muss wissen, dass Rettungsschwimmer nur punktuell im Einsatz sind. FOTO: Gemeindeverwaltung
Boxberg. Die Sonne lacht. Der Himmel ist blau. Die kleinen Wellen am Bärwalder See glitzern einladend. Super Badewetter an Sachsens größtem See. Wohl kaum einer der Gäste aus Bautzen, Sebnitz, Kamenz, Dresden und der hiesigen Region (das verrät der Blick auf die Kennzeichen der Autos) denkt beim Gang ins kühle Nass an den Fall der Fälle. Regina Weiß

Was ist, wenn einem Schwimmer die Kraft versagt, er einen Krampf hat oder jemandem im Wasser die Luft wegbleibt? Dann wird schnell Hilfe gebraucht, im besten Fall sind es Rettungsschwimmer, die an den Einsatzort eilen können.

Doch Fakt ist: Eine komplette und generelle Überwachung des Bärwalder Sees ist nicht sichergestellt. So heißt es vonseiten der Boxberger Gemeindeverwaltung. Vielmehr geht es in diesem Jahr darum, dass der Landesverband Sachsen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) seine Wasserwächter punktuell einsetzt. Voraussichtlich an jedem zweiten Wochenende werde das der Fall sein. "Wir sind froh und glücklich, einen Partner gefunden zu haben", so Seekoordinator Roman Krautz in der jüngsten Ratssitzung. Dort war darüber abzustimmen, ob die Gemeinde der Wasserwacht die Kaltmiete für die Räume der Rettungswache erlassen kann. Dabei handelt es sich um monatlich rund 700 Euro. Außerdem würden dem Verband die Erstausstattung laut Inventarliste sowie ein Wasserliegeplatz kostenfrei überlassen. Das Ja des Rates gab es einstimmig.

Geldmangel zwang die Gemeinde Boxberg dazu, die Wasserrettung 2016 auf null zu fahren. Lediglich zwei Notrufsäulen am Boxberger und Uhyster Strand wurden als Minilösung aufgestellt. Die jetzt getroffene Entscheidung überzeugte beispielsweise Gemeinderat Horst Jannack nicht wirklich. Man könne doch Wasserrettung nicht nach Lust und Laune organisieren, spielte er auf die Besetzung der Rettungswache an. Da sei zum Beispiel keine Planungssicherheit für Erzieher, wenn sie mit den Kitakindern mal an den See wollten. Hier hakte Frank Brosius, langjähriges Mitglied der Wasserwacht Boxberg, ein. In der Kita befinde sich ein Erzieher zur Ausbildung zum Rettungsschwimmer. Damit könne dort Abhilfe geschaffen werden.

Apropos Ausbildung. Gleich zum Start der Sommerferien will die Wasserwacht einen Kurs für Rettungsschwimmer anbieten. Dieser soll am 26. Juni beginnen. Noch seien weitere Teilnehmer willkommen. Nachwuchs wird nämlich an den Seen gebraucht. "Rettungsschwimmer sind gesucht wie Sand am Meer", so Joachim Weiß, Referent Wasserrettungsdienst beim DRK Sachsen. Sie könnten sich derzeit ihre Jobs aussuchen. Viele ziehe es über den Sommer an die Ostsee. Da habe es der Bärwalder See als Konkurrenzgebiet schwer, noch dazu, wo die Rettungsschwimmer ihre Reisekosten und die Verpflegungen selbst tragen müssen, wollen sie Gutes tun. Deshalb ist Joachim Weiß froh über solche Aktionen wie die der "Dresdner Kaffee und Kakao Rösterei", die einen Teil der Einnahmen aus dem sogenannten Retterkaffee der Wasserwacht zukommen lässt.

Wer beim Rettungsschwimmerkurs mitmachen will, kann sich kurzfristig unter Wasserwacht@DRKSachsen.de anmelden. Los geht es am 26. Juni um 10 Uhr an der Rettungswache in Klitten.