Wenn es in der Gemeinde Rietschen oder Gemeinde Kreba-Neudorf zu einer Großschadenslage kommt, soll im Rietschener Ortsteil Neuliebel eine ortsfeste Landfunkstelle etabliert werden. Darauf haben sich beide Gemeinden verständigt. Ein entsprechender Vertrag wird nach einem Ratsbeschluss nun zwischen den Gemeinden ausgearbeitet.

„Normalerweise laufen alle Notrufe in der Leitstelle in Hoyerswerda ein“, erklärt Rietschens Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos). Weil dort allerdings alle Notrufe ankommen – also sowohl aus dem Landkreis Bautzen als auch aus dem Landkreis Görlitz – und gerade bei einer Großschadenslage wie etwa einem Sturm oder einem möglichen Flächenbrand, sind die Gemeinden angehalten, eine ortsfeste Landfunkstelle einzurichten. Dann nämlich werden Notrufe von der Leitstelle in die betroffenen Gebiete umgeleitet. „Das hat den Vorteil, dass sich die Funkstellen vor Ort besser auskennen und den Kameraden der Feuerwehr sagen können, wo vielleicht ein Baum auf die Straße gestürzt ist“, erläutert der Bürgermeister.

Rietschen und Kreba-Neudorf nutzen gemeinsam die Funkstelle

Geplant ist, dass Rietschen dies für die Gemeinde Kreba-Neudorf mit übernimmt. Ohnehin arbeitet Rietschen bereits für die Nachbarkommune – übernimmt etwa die Aufgaben der Kämmerei. „Ziel ist es, dass wir schnell in Betrieb gehen können“, so Ralf Brehmer. Eine entsprechende Vereinbarung sei bereits mit den Wehrleitern beider Kommunen abgestimmt. Ebenfalls habe Gerd Preussing als stellvertretender Kreisbrandmeister dem Vorhaben zugestimmt. Die Finanzierung für das Vorhaben werde mit Fördermitteln des Landkreises realisiert. „Die laufenden Kosten werden von beiden Gemeinden zu gleichen Anteilen übernommen“, sagt Ralf Brehmer.

Für Rietschen, so erklärt Arne Püschel (CDU), sei Michael Schäfer im Ernstfall zuständig. „Wir finden es von der Feuerwehr aber wichtig, dass auch ein Verantwortlicher der Gemeinde Kreba vor Ort ist“, sagt Püschel weiter. Schließlich sei es für Kreba-Neudorf ebenfalls wichtig, dass jemand mit Ortskenntnissen an der Funkstelle sitzt.

Kreba-Neudorf soll einen Verantwortlichen benennen

„Mir ist gesagt worden, dass die Kommune niemanden hat, der das übernehmen kann“, entgegnet Ralf Brehmer. „Das geht nicht“, meldet sich Steffen Schwiebs (CDU) zu Wort. Vielleicht, so schlägt er vor, könne „die Gemeinde jemanden ausbilden“. Tilmann Havenstein (CDU) argumentiert, „bis sich jemand findet, sollte der Bürgermeister der Verantwortungsträger sein. Er ist es ja auch, der den Vertrag unterschreibt.“

Schließlich einigt sich der Rat darauf, dass man Kreba-Neudorf eine Frist von einem Jahr setzt, um einen Verantwortlichen zu benennen oder auszubilden. In der Zwischenzeit wird die Feuerwehr in Neuliebel als ortsfeste Landfunkstelle umgerüstet.

Weißwasser arbeitet mit zwei Wehren zusammen

In Weißwasser hat sich während einer Stadtratssitzung Jens Glasewald (AfD) erkundigt, wie in der Stadt das Prinzip der ortsfesten Landfunkstellen umgesetzt wird. „Wir als Feuerwehr arbeiten dabei mit den Wehren in Krauschwitz und Weißkeißel zusammen“, antwortet Stadtwehrleiter Marcel Nestler. Kommt es zu einer großen Schadenslage, wie etwa im vergangenen Jahr zum Brand in einem Tagebau, dann werden die drei Wehren gemeinsam koordiniert. „Und das machen wir von Weißwasser aus“, erklärt Marcel Nestler.

Im Schleifer Kirchspiel wird ebenfalls mit einer solchen Funkstelle gearbeitet. Eine entsprechende Vereinbarung besteht zwischen Schleife, Trebendorf und Groß Düben. Der Befehlsstand ist in Schleife und wird im Falle eines Falles mit dem Leitungspersonal aus den drei Wehren bestückt. Diese Kosten tragen die Kommunen anteilsmäßig. Das ist vertraglich so festgelegt und am Jahresanfang in den drei Gemeinderäten so beschlossen worden. In Bad Muskau wiederum arbeitet mit der Feuerwehr in Gablenz zusammen. Die Gemeinde Boxberg hat ihre Befehlsstelle in Boxberg für die Ortsteile.