Zum Jahreswechsel 2023 ist in Krauschwitz eine neue Repräsentationsordnung in Kraft getreten. Die hatte der Gemeinderat noch vor Weihnachten beschlossen. Sie regelt, wie Einwohner in der Gemeinde geehrt werden, wenn sie etwa Geburtstag oder eine Diamante Hochzeit feiern. „Das legen die Räte fest, und wir haben Vorschläge gemacht, wann etwa eine Glückwunschkarte geschrieben oder Blumen gekauft werden“, erklärt Hauptamtsleiter Toralf Schindler.
Festgelegt wurde nun, dass jeder Einwohner von Krauschwitz zum 75. Geburtstag eine Glückwunschkarte erhält. Dies wiederholt sich im fünf-Jahresrhythmus bis zum 90. Geburtstag. Dann nämlich sieht der Beschluss vor, dass entweder der Bürgermeister oder ein Repräsentant der Gemeinde persönlich mit einem Präsent oder einem Blumenstrauß gratulieren kommt. Ab dem 100. Geburtstag kommt jährlich ein Vertreter der Gemeinde zum Gratulieren.

Repräsentationsordnung ist Kompromiss in Krauschwitz

Ich finde es nicht gut, dass man nicht schon vorher persönlich gratulieren geht“, sagt Ratsmitglied Heike Krahl (Linke). Monika Prinz (Pro Kind) kann zwar nachvollziehen, dass das nicht gut ankommt, „aber ich finde, wir müssen auch ehrlich sein mit dem, was wir leisten können.“ Alle Räte nämlich seien berufstätig „und ich denke, wir schaffen es einfach nicht“. Aus ihrer Sicht sei es ungerecht, wenn man zu einem Jubilar geht und den anderen aus Zeitgründen nicht besucht.
„Ich denke, das ist ein guter Kompromiss“, meldet sich Detlef Roitsch (CDU) zu Wort. Als Ortsvorsteher wisse er um die Erwartung der Einwohner, „aber wir können nur versprechen, was wir auch schaffen“. Für Bürgermeister Tristan Mühl (Freie Wähler) sei der Vorschlag ebenfalls ein „guter Kompromiss“. Er weist darauf hin, dass es in anderen Gemeinden längst nicht mehr üblich sei, den Jubilaren zu gratulieren.
Persönliche Gratulationen vonseiten der Gemeinde sind auch bei Goldener bzw. Diamanter Hochzeit, Geschäftseröffnungen oder Geschäftsjubiläen zum 25. Jahr und ab dem 30. im zehn-Jahresrhythmus vorgesehen. Bei einer Gegenstimme von Heike Krahl ist die neue Repräsentationsordnung angenommen worden.