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| 15:48 Uhr

Seenlandtage 2019
Rennboote fegen über den Halbendorfer See

 Beim Motorbootrennen auf dem Halbendorfer See ist am Sonnabend so richtig die Post abgegangen.
Beim Motorbootrennen auf dem Halbendorfer See ist am Sonnabend so richtig die Post abgegangen. FOTO: Arlt Martina
Halbendorf. Zum fünften Mal hat das Frühjahrstraining des Deutschen Motorjachtverbandes in Deutschland stattgefunden. Von Martina Arlt

Die lauten Motorengeräusche sind auf dem Halbendorfer See nicht zu überhören, als das fünfte ADAC-Frühjahrstraining für Motorbootrennsport in Deutschland sowie für Hovercraft (Luftkissenboote) startet. Damit ist die Rennsaison des Jahres 2019 in Deutschland eröffnet. 20 Teilnehmer in verschiedenen Rennbootklassen aus der gesamten Bundesrepublik haben sich für dieses Training angemeldet und fegen mit Renn- und Luftkissen-Booten über den See.

Die Hovercraft-Fahrer sind zum zweiten Mal in Halbendorf zu Gast. Olaf Koenig von der ehrenamtlichen Sportkommission des ADAC Sachsen und Beauftragter für Motorbootsport hat die Veranstaltung in der Lausitz wieder voll im Griff. Er kennt sich in diesem Metier bestens aus, ist er doch bis zur Wende aktiv Rennsport gefahren. Heute fährt der 58-jährige Dresdner noch in der Kategorie Klassik mit historischen Rennbooten. „Das sind dann keine Rennen mehr, das ist eine reine Präsentation auf dem Wasser. Es ist schon ein cooles Gefühl, wenn man übers Wasser fliegt, es ist ein Gefühl von Freiheit oder auch Schwerelosigkeit. Als Kind schaute ich mir damals schon die Rennen auf der Elbe in Dresden an. Ich war so fasziniert, dass ich das unbedingt selbst machen wollte. Was ich ja dann auch mein ganzes Leben lang tat, ein schönes Hobby“, sagt Olaf Koenig, der selbst mehrere Boote besitzt.

Rennboote können bereits im Alter ab 14 Jahren gefahren werden. Nach oben sind bei guter gesundheitlicher Verfassung keine Grenzen gesetzt.

 Die Luftkissenboote waren für das reichlich erschienene Publikum ebenfalls ein Hingucker.
Die Luftkissenboote waren für das reichlich erschienene Publikum ebenfalls ein Hingucker. FOTO: Arlt Martina

Olaf Koenig ist des Lobes voll, dass sich der Halbendorfer See bestens als Austragungsort für Motorboot-Rennveranstaltungen eignet. Einmal ist das Gewässer wenig anfällig gegen Wind. So entstehen nicht so hohe Wellen. Die Höhenunterschiede vom Ufer zum Wasser sind nicht so hoch. Somit können die Hovercraft-Luftkissenboote bestens ins Nass gleiten. Die Luftkissenboote schweben nahezu berührungslos über das Wasser. Sind die Motorrennboote mit Geschwindigkeiten bis zu 170 Stundenkilometern auf dem Wasser unterwegs, dann muss man einfach hinterher schauen.

René Blümel vom Tauchsportverein ist mit seiner Crew auf dem Wasser vor Ort und sichert das Training ab. Motorbootrennsport ist natürlich ein kostspieliges Hobby. Für so ein Boot müssen schon mal 20 000 Euro investiert werden und in ein Luftkissen-Boot rund 10 000 Euro, rechnet Blümel vor. Um die Boote fachmännisch zu bauen, werden sie meist in italienischen Werften produziert. Die Fahrer können dann eigentlich nur noch etwas am Propeller verändern oder den Motor einstellen.

Auch Lothar Ahr als Geschäftsführer des Zweckverbandes Halbendorfer See ist immer wieder begeistert, wenn die Motorsportfreunde seinen See nutzen. „Gern stimme ich diesen Veranstaltungen zu. Das läuft alles problemlos, und die Gäste am Strand erleben tolle Rennen. Diese Motorboot-Wettkämpfe und auch das Training machen unseren Halbendorfer See und das ganze Lausitzer Seenland bekannter“, lobt Lothar Ahr.

 Lautstark und mit jeder Menge Kraft ging es am Sonnabend über den Halbendorfer See.
Lautstark und mit jeder Menge Kraft ging es am Sonnabend über den Halbendorfer See. FOTO: Arlt Martina

Da besonders auch die Hovercraft-Fahrer von der Halbendorfer Anlage begeistert sind, finden nun am 5. und 6. Oktober zum ersten Mal die Europameisterschaften im Luftkissen-Sektor in Halbendorf statt. Dann hat diese Veranstaltung in dieser Form für diesen Landstrich Premiere. Bei diesem internationalen Rennen werden Fahrer aus England, Frankreich, Italien und der Slowakei erwartet. Mehr als 50 Teilnehmer wollen dann in der Lausitz starten. Dafür wird dann eine lange Liegewiese von einer Länge von 300 Metern genutzt, halb Land und halb Wasser. Die Saison für den Motorbootrennsport endet indes im Oktober.