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Rekordjahr nicht zu erwarten

Gäste aus Hamburg, München und von der Schweizer Grenze holen sich Infos in der Bad Muskauer Touristinfo.
Gäste aus Hamburg, München und von der Schweizer Grenze holen sich Infos in der Bad Muskauer Touristinfo. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Alle Himmelsrichtungen sind am Montag in der Bad Muskau-Touristik im Alten Schloss vereint. Ganz im Osten der Republik treffen sich eine Münchnerin und ein Hamburger sowie eine Familie von der deutsch-schweizerischen Grenze. Regina Weiß

Sie alle verbindet eins: Sie wollen sich den Muskauer Park samt Schloss ansehen. Die einen, weil sie auf familiären Spuren wandeln. Die Familie stammt ursprünglich aus Lubsko (Sommerfeld). Die anderen erkunden vier Wochen lang die neuen Bundesländer. In der Bad Muskau-Touristik leihen sie Räder aus oder lassen sich informieren, wo sie den Rundgang beginnen sollten.

In diesem Jahr waren bis Ende August 28 670 Besucher im städtischen Tourismusbüro im Alten Schloss. Das sind rund 2000 weniger als 2016 zu diesem Zeitpunkt registriert wurden. Allerdings wurde im vergangenen Jahr das Tourismusbüro gerade im August gestürmt. Das bedeutete allein in dem Monat 8100 Gäste. "Das ist eindeutig der Pückler-Ausstellung in Bonn zuzuschreiben", begründet Dirk Eidtner, Geschäftsführer der Bad Muskau-Touristik GmbH. Auch wenn 2017 kein Rekordergebnis zu erwarten ist, werde man sich bei den Ergebnissen von 2014/15 einpegeln. Und das sei nicht schlecht. Blickt man allein auf die Statistik bei den Übernachtungen, liegen diese bis Ende Juni bei über 19 000 und damit fast auf Vorjahresniveau. Allerdings umfasst diese Zahl nur die Häuser mit mehr als zehn Betten. Auch in diesem Jahr bleibt der Gast "nur" rund zwei Tage in der Parkstadt. Das spricht für Radtouristen, die Strecke machen, und Gäste mit einem Aufenthalt über ein verlängertes Wochenende.

Froh ist Dirk Eidtner, dass der Zustrom der Reisenden vom Oder-Neiße-Radweg wieder zugenommen hat, nachdem dieser mehrere Jahre etwas geschwächelt hatte. Die Radeltouristen haben sich oft Unterkünfte vorgebucht. "Es gibt aber auch solche Fälle: Familie mit drei Kindern und Zelt und es regnet. Dann braucht es schnell ein Zimmer, was möglichst nicht mehr als 30 Euro pro Nacht kostet", benennt Dirk Eidtner eine Herausforderung.

Eine andere ist, freie Zimmer an Feiertagswochenenden zu finden. Die Krönung war in diesem Jahr, dass Gäste, die zu Pfingsten in Bad Muskau übernachten wollten, nach Guben vermittelt wurden, nachdem auch Weißwasser und Spremberg nicht helfen konnten.

Um noch mehr zu erfahren, wie Touristen nach Bad Muskau finden, was sie loben oder zu kritisieren haben, hatte die städtische Tochter nach mehreren Jahren wieder eine Umfrageaktion ins Leben gerufen. Allerdings schätzt Dirk Eidtner den Rücklauf noch als zu gering ein, um wichtige Schlüsse zu ziehen. "Ich hoffe, dass bis zum Herbst noch etwas mehr zurückkommt." Was Eidtner allerdings schon sagen kann, ist, dass von den Urlaubern die Gastfreundlichkeit gelobt wird. Kritik gibt es dagegen an einem fehlenden Spielplatz. "Der Wunsch ist, dass sich die Kinder sozusagen vor dem Parkbesuch austoben können", erklärt Eidtner.