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Lkw-Waschanlage
Reinert investiert für blitzblanke Trucks

Die blaue Reinert-Flotte umfasst mittlerweile über 750 Fahrzeuge.
Die blaue Reinert-Flotte umfasst mittlerweile über 750 Fahrzeuge. FOTO: Reinert Logistic
Mulkwitz. Eine halbe Million Euro hat Reinert Logistics für den Standort Mulkwitz in die Hand genommen. Mit dem Geld wurde eine Lkw-Waschanlage gebaut. Gabi Nitsche

Lange Zeit stand hinter dem Standort Mulkwitz der Reinert Logistics GmbH in der Gemeinde Schleife ein Fragezeichen. Das hing mit dem Thema Tagebau Nochten II zusammen. Wenige Wochen, nachdem sich die Leag von diesem Plan verabschiedet hatte, traf auch Firmeninhaber René Reinert seine Entscheidung: Der Standort Mulkwitz bleibt bestehen.

Nicht nur das. Inzwischen wurde eine halbe Million Euro in eine, wie Co-Geschäftsführer Stephan Opel betont, "der modernsten Lkw-Waschanlagen" investiert. Seit wenigen Tagen ist diese nun in Betrieb. Sieben Tage die Woche und 24 Stunden je Tag kann die Anlage genutzt werden.

"Mit diesem Pilotprojekt möchten wir in die erste Phase gehen, um möglicherweise weitere Standorte mit einer Waschanlage auszustatten. Eine saubere Flotte ist schließlich Teil unseres Außenauftritts", so Stephan Opel. Und zu der Flotte gehören 750 Trucks, die unterschiedlicher nicht sein können für den Transport verschiedenster Güter und über entsprechend technische Ausrüstungen verfügen wie Kran oder Silo. "Wir überlegen aktuell, diese Anlage zur öffentlichen Nutzung für andere Unternehmen freizugeben", so Opel weiter.

Federführend bei der Planung war André Schillbach, Projektleiter Standortentwicklung. Er betont: "Bei der Planung wurde auch ein großes Augenmerk auf die Qualität und Umwelt gelegt. Zum Beispiel erhielt der Waschanlagenkomplex eine neue Wasseraufbereitungsanlage. Durch diese und im Zusammenspiel mit Wasserrückgewinnungssystemen kann der Frischwasserbedarf erheblich reduziert werden."

Schillbach geht davon aus, dass es künftig eine Menge Bewegung auf dem Mulkwitzer Hof geben wird. Sieben Minuten braucht es für einen Waschgang, und die Trucks kommen auch samt Auflieger blitzblank aus der Anlage.

Reinert Logistics zählt sich mit über 1200 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern in der Branche und agiert europaweit. "Wir sprechen längst nicht mehr von Berufskraftfahrern, sondern von Piloten." Das Berufsbild habe sich total geändert. "Das bedeutet auch neue Arbeitsmodelle. Gerade junge Leute wollen ihre Freizeit planen können. Unser Standort-Netzwerk ist dafür günstig." Die Mitarbeiter kommen deshalb mehr denn je aus der Fläche, wo sich Standorte des Unternehmens befinden, betont Stephan Opel. Der Wohlfühlcharakter im Job sei wichtig. Der Geschäftsführer nennt die Worte Wertschätzung und Verbindlichkeit. Wenn diese stimmen, würden das die Mitarbeiter honorieren.

Ein ganz großes Thema ist die Digitalisierung. "Wenn wir da den Anschluss verpassen, wäre das nicht mehr aufzuholen." Die Trucks sind, so Opel, mit einem Gros an Sicherheitstechnik ausgestattet. Jeder Pilot habe sein tragbares Office mit im Cockpit, müsse nicht wegen jeder Kleinigkeit ins Büro. Er nennt die Mitarbeiter-App Reinert insideblue, eine zentrale Kommunikations- und Informationsplattform.

Neben Firmeninhaber und Geschäftsführer René Reinert ist der Rheinländer Stephan Opel seit September ebenfalls Geschäftsführer im Unternehmen.