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| 15:25 Uhr

Ein Dorf feiert
Reichwalde wünscht sich Super-Sommer

 Die Aquabälle kamen bei der Eröffnung des Freibades zum Kindertag besonders gut an. Da war ein bisschen Geduld beim Schlangestehen angesagt. Die Stadtwerke Weißwasser hatten noch andere Kinderaktivitäten mit nach Reichwalde gebracht.
Die Aquabälle kamen bei der Eröffnung des Freibades zum Kindertag besonders gut an. Da war ein bisschen Geduld beim Schlangestehen angesagt. Die Stadtwerke Weißwasser hatten noch andere Kinderaktivitäten mit nach Reichwalde gebracht. FOTO: Regina Weiß
Reichwalde. Nach der Sanierung präsentiert sich das Reichwalder Freibad in bestem Zustand. Und auch die Feuerwehr zeigt, dass sie mit ihren 85 Jahren noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Von Regina Weiß

21,3 Grad Celsius warm ist das Wasser im Freibad Reichwalde am ersten Tag der neuen Saison 2019. Haben die Reichwalder den Tauchsieder reingehalten? Keineswegs, versichert Frank Müller, Gemeinderat und Bad-Veranwortlicher des Dorfklubs, der RUNDSCHAU. Vielmehr sei es die große Wasserfläche, die der Sonne genug Platz bietet, um ihre Arbeit zu leisten.

Klärchen ist am Kindertag mit den Reichwaldern im Bunde. Kein Wunder also, dass schon vor der offiziellen Eröffnung des Bades die ersten Mädchen und Jungen anbaden. So könnte es für den Dorfklub weitergehen. „Wir wünschen uns einen Super-Sommer“, gibt Frank Müller die Devise aus. Denn jeder Sonnentag bedeutet Badegäste. Wichtig für den Verein, der das Bad 2003 von der Gemeinde Boxberg in seine Eigenregie übernommen hat. Diese trat damals in die Fußstapfen derer, die das Bad als freiwillige Helfer in den 1970er-Jahren aufgebaut haben. Damals floss das Wasser aus dem Schwarzen Schöps ins Bad. Die Wende kam und ermöglichte es der damals noch selbstständigen Gemeinde Reichwalde zu investieren. Ein Tiefbrunnen wurde gebaut.

Den Tiefpunkt für das Bad gab es dann 2002. Boxberg musste aus finanziellen Gründen die Bäder Reichwalde und Boxberg schließen. Gibt es für Letztgenanntes nur noch eine Erinnerungsstätte, ist Reichwalde nicht wegzudenken. Für die Kinder des Dorfes, die Gäste des Schullandheimes, die Schwimmkursteilnehmer, die jungen und älteren Wasseratten der Umgebung.

 Nele und Julia sind gern Badegäste im Freibad Reichwalde. Zur Eröffnung hatte Petrus das beste Wetter geschickt.
Nele und Julia sind gern Badegäste im Freibad Reichwalde. Zur Eröffnung hatte Petrus das beste Wetter geschickt. FOTO: Regina Weiß

Denen sollen gute Bedingungen geboten werden. Dafür nahm der Dorfklub 2006 die erste Sanierung in Angriff. Doch der Stahlbeton zeigte über die Jahre Alterungserscheinungen. „Wir hatten immer wieder Probleme mit Rissen und Abplatzungen“, erklärt Frank Müller. Keine unerhebliche Verletzungsgefahr. Mit dem Leader-Programm haben die Reichwalder ein Förderinstrument für sich und ihr Bad genutzt. Rund 190 000 Euro sind investiert worden, um das Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken komplett mit Folie zu verkleiden. Weiterhin wurden 76 Einlass- und Ablaufdüsen, Einstiegstreppen und die Schwimmbeckenabtrennung sowie die Rutschen erneuert. Gerade beim An- und Abbau dieser Teile haben auch die Dorfklub-Mitglieder kräftig mit angepackt. „Entscheidend sind die Bürger. Den größten Dank haben sich die Reichwalder selbst verdient“, kommentiert Boxbergs Bürgermeister Achim Junker.

Die Arbeit mit der Folie erledigte eine Fachfirma aus Halle. „Wir haben uns ein sportliches Ziel gesteckt“, so Frank Müller. Und es konnte gehalten werden. Auch da war den Reichwaldern Petrus hold. Nach den drei Monaten Sanierungszeit stehen nun drei Monate Badezeit vor den Gästen. Und auch in dieser Saison gibt es wieder einen Familienbadetag. Nämlich am 30. Juni. „Die Premiere war im letzten Jahr so gut, dass wir das wieder machen wollen“, so Dorfklubchef Martin Jackisch. Er freut sich, dass die gepflegte Anlage immer mehr von Schulklassen genutzt wird, die dort ihren Schuljahresabschluss feiern. Am Sonntag schon sind Jugendfußballer von Mücka da, um gemeinsam zu feiern.

 Die Reichwalder Jungs beim Start bei der Gruppenstafette. Am Ende holen sie den Wanderpokal des Boxberger Gemeindewehrleiters.
Die Reichwalder Jungs beim Start bei der Gruppenstafette. Am Ende holen sie den Wanderpokal des Boxberger Gemeindewehrleiters. FOTO: Regina Weiß

Apropos feiern. Wie steht es denn um die Vorbereitungen zum Dorffest im Juli? „Die laufen auf Hochtouren“, sagt der Vereinschef. Beim Festumzug am Sonntag, 21. Juli, rechnen die Organisatoren mit 35 bis 40 Bildern.

Klar, dass da auch die Feuerwehr nicht fehlen wird. Die hat ebenfalls am 1. Juni 25 Jahre Feuerwehr- und Traditionsverein Reichwalde, 35 Jahre Jugendfeuerwehr und 85 Jahre Freiwillige Feuerwehr Reichwalde gefeiert.

Klar, dass sich die Reichwalder Nachwuchskräfte bei der Gruppenstafette besonders ins Zeug legen. Jungs und Mädchen puschen sich gegenseitig. Wer wird die Nase vorn haben? Es sind die Jungs. Bei 2:18 Minuten bleibt die Zeitmessung stehen. Doch das muss noch längst nichts heißen. Schließlich steht noch der Orientierungslauf an. Laut Boxbergs Gemeindewehrleiter Martin Zieschang warten dort ganz verschiedene Aufgaben auf die Jugendwehren. Insgesamt sind 66 Kinder in zehn Teams in Reichwalde am Start: Nochten, Kringelsdorf, Klitten, Uhyst und die Gastgeber. Lediglich Boxberg fehlt. Denen kam ein bisschen der Fußball dazwischen. Neben dem Feuerwehr-Einmaleins und Schnelligkeit müssen die Kinder und Jugendlichen mit allen Sinnen arbeiten und mit Wissen überzeugen. Baumstammschätzen und Feuerwehrtechnik ertasten stehen auf dem Programm. Am Ende winkt der Pokal des Gemeindewehrleiters. Die Reichwalder Jungs holen ihn. Ein toller Lohn für die Arbeit von Michael Kopke und seine Helfer. Mit 30 Mädchen und Jungen ist Reichwalde die größte Jugendwehr in der Gemeinde.